Auszeichnung in Baden-Baden
Franzi, Hanni und Rudis Kicker bejubelt

Die Schwimmerin Franziska van Almsick, der Skispringer Sven Hannawald und die deutsche Fußball- Nationalmannschaft sind die "Sportler des Jahres" 2002. Dies ergab die traditionelle Umfrage der Internationalen Sport-Korrespondenz (ISK) unter den deutschen Sportjournalisten.

HB/dpa BADEN-BADEN. Mit viel Haut, einer Krawatte im Leopardenmuster, knapper Korsage und strahlendem Lächeln verkörperte die "Sportlerin des Jahres" das pralle Leben - bis zur Unsterblichkeit fehlt Franziska van Almsick allerdings noch eine Goldmedaille. "Dass sie nach so einem Jahr zwei gestandene Olympiasiegerinnen hinter sich lässt, das ist auch Verantwortung", nahm Klaus Steinbach, der neue Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), die Schwimmerin bei der Proklamation am Sonntagabend in Baden-Baden in die Pflicht. "Nur mit einem Olympiasieg kann man sich unsterblich machen, und neben ihr stehen zwei Unsterbliche."

Trotzdem war die Berlinerin der Star des Abend. Nicht nur von der Stimmenzahl her übertraf sie zwei Doppel-Olympiasiegerinnen. Eisschnellläuferin Claudia Pechstein blieb im grauen Hosenanzug etwas blass, Biathletin und Rotschopf Kati Wilhelm glänzte wenigstens im Silberkleid. Auf ihren Stöckelschuhen überragte van Almsick selbst den "Sportler des Jahres", Sven Hannawald, und fast sogar Christoph Metzelder. Der Fußball-Vizeweltmeister vertrat als einziger Spieler die "Mannschaft des Jahres".

An die Olympischen Spiele in Athen wollte van Almsick an diesem festlichen Abend im Kurhaus nicht denken, sondern einfach "alles nur in mich hineinsaugen. 2004 ist schon ein Ziel. Aber nach so einem Erfolg wie in diesem Jahr fällt es schon schwer, sich neu zu motivieren", räumte die fünffache Europameisterin dieses Jahres ein. Beim zum 56. Mal durchgeführten Klassiker der Sportlerwahlen genoss selbst die umlagerte Berlinerin das Ambiente. "Ich habe so viele Ehrungen bekommen. Zuhause fühle ich mich eigentlich nur hier. Hier sind die Sportler und meine Freunde. Es ist ein ganz anderes Gefühl, wenn man unter Schauspielern und anderen Promis rumhüpft."

Einen Freudensprung machte auch Hannawald: Der Überflieger der Vierschanzentournee traf nach seinem Weltcup-Erfolg in Engelberg schon siegestrunken als Letzter der Gewählten ein. "Nach dem Wochenende kann ich beruhigt die Füße untern Christbaum legen", meinte der Teenieschwarm. Dirk Nowitzki könnte das auch - wenn da nicht das stressige Sportprogramm in den USA wäre: Der NBA-Profi, der auch mit den deutschen Basketballern als WM-Dritter auf den zweiten Rang kam, wurde aus Dallas zugeschaltet. Da saß er mit verstrubbelten Haaren vor der Kamera, rieb sich immer wieder die Augen und staunte, "dass Basketball in Deutschland überhaupt so wahrgenommen wird".

Keine Live-Schaltung in sein norwegisches Urlaubsdomizil wollte Michael Schumacher. Der fünfmalige Formel-1-Weltmeister ist zwar "Europas Sportler des Jahres", wurde aber von den deutschen Sportjournalisten nur auf den dritten Platz gesetzt. Nur als Rumpfelf präsentierten sich die deutschen Fußballer, vertreten durch das Trainergespann Rudi Völler und Michael Skibbe, Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und Metzelder. Der Dortmunder war durch eine Handoperation gehandicapt, hielt aber ausdauernd das Cocktailglas. "Das Plus war unsere mannschaftliche Geschlossenheit", verriet er grinsend das Erfolgsgeheimnis der WM. "Deshalb ist sie jetzt auch geschlossen im Urlaub."

Der Abwehrspieler genoss es ebenso wie van Almsick, mal ein paar andere Kollegen zu treffen: "Wir Fußballer sind doch sehr gefangen in unserer Sportart", meinte er. Die "Sportlerin des Jahres" kam dieses mal ohne ihren Lebensgefährten Stefan Kretzschmar, der noch für den SC Magdeburg in der Handball-Bundesliga antreten musste. Gerüchte über gemeinsamen Nachwuchs musste sie trotzdem aus der Welt schaffen. "Meine Managerin Regine Eichhorn hat vor zehn Tagen ein Baby bekommen", sagte sie zu einem Foto, dass sie beim Kauf eines Kinderwagens zeigte. "Ich bin nur stolze Patentante geworden."

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