Autoabsatz im November erneut eingebrochen
Das Klima zwischen Fiat und der Regierung Berlusconi gefriert

Die Stimmung unter den Teilnehmern hat sich erheblich eingetrübt, nachdem es zwischen dem Management des Autoherstellers und Ministerpräsident Silvio Berlusconi zu einem offenen Schlagabtausch gekommen ist.

mab MAILAND. Als "deplatziert und unverständlich" bezeichnete das Unternehmen Äußerungen des Premiers, wonach die Probleme Fiats mit einer "geeigneten Führungsmannschaft lösbar" wären. Berlusconi brachte als potenziellen Präsidenten für Fiat den aktuellen Chef des ebenfalls zum Konzern gehörigen Sportwagenherstellers Ferrari, Luca Cordero di Montezemolo, ins Spiel.

Fiat-Auto hat angesichts der schwersten Absatzkrise seiner Geschichte im Oktober angekündigt, zwei Werke in Italien vorläufig zu schließen und 8100 Mitarbeiter für mindestens ein Jahr zu beurlauben. Dagegen laufen Betroffene und Gewerkschaften seit Wochen Sturm. Sie drängen die Regierung, sich mit öffentlichen Geldern an dem Unternehmen zu beteiligen. Pläne für eine solche Teilverstaatlichung gab es seitens der Regierung, scheinen aber mittlerweile wegen der Ablehnung der Gläubigerbanken und des strategischen Partners General Motors sowie einer Unvereinbarkeit mit europäischen Regeln ad acta gelegt worden zu sein.

Fiat hat sich seinen Hausbanken gegenüber verpflichtet, die Nettoverschuldung bis zum kommenden Frühling von 5,8 Mrd. Euro auf 3,6 Mrd. Euro zu senken. Experten sind sich einig, dass dies nur erreichbar ist, wenn der Konzern seine Sparpläne durchzieht und darüber hinaus Unternehmensteile, wie die Versicherung Toro, versilbert.

Einen ersten kleinen Erfolg hat das Unternehmen gestern mit dem Verkauf der brasilianischen Filiale seines Finanzdienstleisters Fidis vermelden können, der für rund 300 Mill. Euro an den ebenfalls brasilianischen Banco Itaù ging.

Diese gute Nachricht wird aber überschattet von den miserablen Absatzzahlen auf dem wichtigen Heimatmarkt Italien im November. Demnach hat der Konzern mit seinen Marken Fiat, Alfa Romeo und Lancia bei einer insgesamt steigenden Nachfrage (+1,2 %) über 22 % weniger Autos verkauft als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil der Autos aus Turin ist von 36,8 % auf 28,2 % gefallen. Damit hat Fiat nicht von den noch bis Jahresende gültigen Öko-Steueranreizen profitieren können, die der Konkurrenz erheblichen Auftrieb gegeben haben. So konnten Ford (+21,5%) und Opel (+11,8%) die Zahl der in Italien verkauften Autos deutlich steigern.

Quelle: Handelsblatt

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