Autobahn gesperrt
Erdrutsche nach Dauerregen in Norddeutschland

Nach unwetterartigen Regenfällen in der Nacht zum Donnerstag sind in Norddeutschland vielerorts Straßen und Keller überflutet.

HB HANNOVER/HAMBURG. Dauerregen hat in großen Teilen Norddeutschlands zu Überschwemmungen, Erdrutschen und unzähligen voll gelaufenen Kellern geführt. Betroffen waren vor allem Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Zahlreiche Straßen - darunter auch Autobahnen - und einige Bahnstrecken mussten gesperrt werden. So war die Bahnstrecke von Hannover nach Berlin am Donnerstagmorgen wegen umgestürzter Bäume zeitweilig blockiert. Feuerwehr, Polizei und Technisches Hilfswerk waren im Dauereinsatz. Mancherorts fiel innerhalb von 24 Stunden so viel Regen, wie noch nie an einem Tag im Juli.

In Niedersachsen riefen die Behörden im Landkreis Stade am Vormittag Katastrophen-Voralarm aus, nachdem dort der Damm eines Regenrückhaltebecken gebrochen war. In Braunschweig konnte das Wasser aus der Kanalisation nicht abfließen, weil die Oker Hochwasser führte. In einzelnen Häuserblocks fiel dort der Strom aus. Nahe Salzgitter wurde die Autobahn A 39 in Fahrtrichtung Braunschweig nach einem Erdrutsch voll gesperrt. Auf der Autobahn A 1 bei Sittensen gab es eine Vollsperrung wegen Überflutung.

Auf dem Brocken im Harz fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes vom Donnerstag innerhalb von 24 Stunden 155 Liter Regen pro Quadratmeter. Damit wurde der bisherige Brocken- Tagesrekord vom 20. Juli 1997 mit damals 115 Litern weit übertroffen. Doch auch auf dem flachen Land goss es wie aus Kübeln. In Braunschweig fielen 80 Liter, in Celle 84 Liter und in Lübeck sogar 96 Liter Regen pro Quadratmeter. "Die Feuerwehr hat alles im Einsatz, was Beine hat. Die kommen gar nicht hinterher", sagte ein Lübecker Polizeisprecher. Schwere Schäden richtete der starke Regen an den Figuren des Sandskulpturenfestivals in Lübeck-Travemünde an. "Praktisch alle Kirchtürme sind beschädigt", sagte ein Sprecher am Donnerstag. Nun sollen Spezialisten aus Holland geholt werden, um die Skulpturen zu retten.

In Hamburg mussten sich Pendler auf einigen Strecken des Hamburger Schienennetzes und im Regionalverkehr gedulden. Mehrere Strecken waren zeitweise wegen umgestürzter Bäume und Überflutung gesperrt. Eine U-Bahn-Haltestelle stand unter Wasser. Die Schienenstrecken von Lübeck nach Kiel, Travemünde und Puttgarden waren am Morgen wegen Gleisunterspülung in Bad Schwartau gesperrt. Auch in der Schweiz und in Österreich hatten die Menschen weiter mit den Folgen des Dauerregens zu kämpfen. In der Schweiz waren einige Bahnstrecken blockiert, in Oberösterreich erlebten die Bewohner einzelner Gemeinden die siebte Unwetternacht in Folge.

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