Autobauer gibt sich für 2003 skeptisch: VW schockt die Märkte

Autobauer gibt sich für 2003 skeptisch
VW schockt die Märkte

Europas größter Autohersteller Volkswagen hält 2003 angesichts der schwachen Branchenkonjunktur und der unsicheren weltpolitischen Lage einen Rückgang des operativen Gewinns für möglich.

Reuters DRESDEN. Falls sich die Marktsituation in Westeuropa und den USA nicht verbessere, werde der Konzern den operativen Gewinn des Vorjahres von 4,761 Milliarden Euro womöglich nicht erreichen, teilte VW-Chef Bernd Pischetsrieder am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Dresden mit. Insbesondere wegen der unsicheren politischen Rahmenbedingungen werde schon das Ergebnis des ersten Quartals deutlich unter dem des Vorjahres liegen, machte Pischetsrieder zugleich deutlich.

Die VW-Aktie rutschte unmittelbar nach dieser Mitteilung deutlich ins Minus und verlor zwischenzeitlich mehr als neun Prozent an Wert auf unter 30 Euro. Am Vormittag notierte der Anteilsschein mit 9,6 Prozent im Minus bei 29,45 Euro und zog mit den deutlichen Kursverlusten auch die anderen Autowerte ins Minus.

Zu den Risiken des laufenden Jahres zählte Pischetsrieder auch die gegenwärtigen Wechselkurse von Dollar und britischem Pfund. Im Geschäftsbericht hieß es zum Geschäftsausblick ergänzend, wegen der unsicheren politischen Lage im Nahen Osten und der krisenhaften Situation in Südamerika bestünden nicht vorhersehbare Absatzrisiken. "Auf Grund dieser wirtschaftlichen und politischen Unwägbarkeiten ist eine verlässliche Ergebnisvoraussage für das Geschäftsjahr 2003 derzeit nicht möglich."

Der Konzern werde seine Kosten aber weiter durch Steigerung der Produktivität und die Verbesserung seiner Prozesse senken. Insgesamt sollen die Investitionen in diesem Jahr um mindestens zehn Prozent gekürzt werden. Gleichzeitig bekräftigte Volkswagen aber das Absatzziel von mehr als fünf Millionen Fahrzeugen für 2003.

Im abgelaufenen Jahr hatte die schwache Autokonjunktur den Gewinn von Volkswagen bereits deutlich gedrückt. Der Vorsteuergewinn sackte um fast zehn Prozent auf knapp vier Milliarden Euro ab. Den Aktionären soll trotz eines um elf Prozent auf knapp 2,6 Milliarden Euro geschrumpften Überschusses eine stabile Dividende von 1,30 Euro je Stamm- und 1,36 Euro je Vorzugsaktie zufließen.

2003 wird nach Einschätzung von Experten ein Jahr des Umbruchs für Volkswagen, in dem neben der anhaltend flauen Konjunktur auch der sinkende Absatz der beiden aktuellen Modelle Golf und Passat die Bilanz belastet. Die Modellpolitik werde voll auf Absatz, Umsatz und Ertrag durchschlagen, warnen einige Analysten. Der Gewinn könne dadurch sogar um eine Milliarde Euro sinken. Dagegen stemmen sich die Wolfsburger mit weiteren Kosteneinsparungen und einer Modelloffensive. Allein im laufenden Jahr bringt der Konzern rund 20 neue Typen an den Start. Im Schnitt kommt alle drei Wochen irgendwo auf der Welt ein neues Modell von Volkswagen auf den Markt.

Den Anfang der Neuvorstellungen machten im vergangenen Jahr die Oberklassenmodelle Phaeton und Touareg, auf dem Genfer Autosalon folgten nun der Minivan Touran und der neue A3 auf Basis des neuen Golf sowie der New Beetle Cabrio. Weitere Cabrios, Coupes und Geländewagen sollen folgen. Damit will Volkswagen die Abdeckung der möglichen Marktsegmente von derzeit 75 Prozent innerhalb weniger Jahre auf 85 bis 90 Prozent steigern.

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