Autobauer setzen auf neue Modelle
Knapp eine Million Besucher auf der IAA

Mit einem Besucherrekord schloss die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) die Pforten. Nun hofft die deutsche Automobilindustrie auf ein Ende der seit drei Jahren andauernden Branchenflaute.

HB FRANKFURT/M. Mit knapp einer Million Besuchern zählte der Verband der Automobilindustrie (VDA) so viele Teilnehmer wie nie zuvor auf der IAA für Pkw. "Von dieser IAA ist eine Botschaft des Optimismus ausgegangen", sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk zum Abschluss der weltgrößten Autoschau am Sonntag in Frankfurt. Die Messe gebe einen Anstoß für eine verbesserte Autokonjunktur im kommenden Jahr, die vielleicht auch der Gesamtwirtschaft Aufwind verleihen könne. "Nun wird es darauf ankommen, dass auch die Politik die richtigen Signale aussendet", forderte Gottschalk.

Rund 1000 Aussteller aus 42 Ländern waren zu der alle zwei Jahre stattfindenden IAA gekommen. Für die Branchenkonjunktur wichtige Massenmodelle von Volkswagen oder Opel standen ebenso im Mittelpunkt wie teure Sportwagen.

Autobauer setzen auf neue Modelle

Die führenden Autohersteller erwarten 2004 das Ende der Konjunkturflaute und streben mit neuen Modellen wieder höhere Verkaufszahlen an. "Selten zuvor sind die Chancen dafür so gut gewesen wie nach dieser IAA. Die Stimmung hat sich aufgehellt", sagte Gottschalk. Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher, Investitionen in Neuheiten und der schwächere Dollar machen der Branche zu schaffen. Im September habe sich noch kein höherer Auftragseingang abgezeichnet, sagte der VDA-Präsident. Doch gegen Jahresende seien vollere Auftragsbücher zu erwarten. "Die Hoffnung richtet sich dann auf das Frühjahrsgeschäft." Der VDA sagt für 2003 mit rund 3,25 Millionen Pkw eine Stagnation bei den Neuzulassungen in Deutschland voraus, die Produktion werde leicht auf rund fünf Millionen Autos schrumpfen. Für 2004 erwarten Branchenexperten ein Absatzplus von einigen Prozent.

Auch Vorstände der Autokonzerne hatten sich zuversichtlich geäußert, aber keine Gewinnprognosen für 2004 gewagt. Die Autobauer erhoffen sich vor allem von den zahlreichen neuen Modellen einen Impuls. So soll der Golf V etwa bei dem von Modellwechseln belasteten VW-Konzern wieder bessere Zeiten einleiten. Das Kompaktmodell des Rüsselsheimer Autobauers Opel, der neue Astra, soll der deutschen Tochter des weltgrößten Autobauers General Motors aus den roten Zahlen helfen. Mit der größten Modelloffensive der Firmengeschichte trat BMW zu der alle zwei Jahre stattfindenden IAA an. Glanz in die Augen bekamen die Mercedesfans wegen des 375 000 Euro teuren neue Mercedes-Sportwagen SLR McLaren.

VDA: Ermutigende Signale aus der Politik

Nur um wenige tausend Teilnehmer wurde die Millionenmarke dem VDA zufolge verfehlt. Mit 996 500 Besuchern zog die elftägige Autoschau so viele Besucher an wie seit 1989 nicht mehr, als die IAA für Nutzfahrzeuge noch nicht abgetrennt worden war. Die Ausstellungsfläche und die Zahl der Aussteller ging unterdessen leicht zurück. Ihren Messeauftritt ließen sich viele Anbieter zudem weniger als in den 90er Jahren kosten. "Es war sicher sehr viel leiser als auf den IAA vor 2001", sagte Gottschalk. Vor zwei Jahren hatte die IAA kurz nach dem 11. September geöffnet, mit 812 000 war die Besucherzahl damals gut ein Fünftel niedriger als in diesem Jahr. Der VDA hatte vorsichtig mit 850 000 Gästen in diesem Jahr gerechnet.

Auch die politische Prominenz wie Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) oder die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hatten es sich nicht nehmen lassen, der Messe des wichtigsten deutschen Industriezweigs einen Besuch abzustatten. "Die Ernsthaftigkeit und Tonlage, mit der sich Regierung und Opposition geäußert haben, war eine gute Botschaft für uns", sagte Gottschalk und bekräftigte seine Forderung nach grundlegenden Reformen.

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