Autobauer setzen im ersten Quartal weniger ab
Deutsche Autobranche ist weiter verunsichert

In der deutschen Automobilindustrie geht es trotz einiger konjunktureller Hoffnungsschimmer noch immer nicht bergauf. "Im Autobereich spiegelte sich im März das Anziehen einiger gesamtwirtschaftlicher Frühindikatoren noch nicht wider", teilte der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Frankfurt anlässlich der Veröffentlichung rückläufiger Produktions- und Absatzzahlen der deutschen Automobilhersteller für März und das erste Quartal mit.

reuters FRANKFURT. Das Autogeschäft sei nach wie vor durch "Verunsicherungen" wie gestiegene Rohölpreise, der schwachen Gesamtkonjunktur und einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit gekennzeichnet. Den Angaben zufolge sank die Gesamtproduktion der deutschen Autobauer im vergangenen Monat um 17 Prozent auf 467.600 Kraftfahrzeuge im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Zahl der Neuzulassungen habe um acht Prozent auf geschätzte 355.500 Wagen abgenommen.

Auch die Exporte sowie der Markt für Nutzfahrzeuge entwickelten sich rückläufig. Der Verband wies allerdings daraufhin, dass die vorgelegten Zahlen auf Grund der Osterfeiertage, die in diesem Jahr im März und nicht wie im vergangenen Jahr im April lagen, einen nur bedingt aussagefähigen Vorjahresvergleich zuließen.

Bei den Personenkraftwagen (Pkw) sei die Nachfrage sowohl aus dem Inland und Ausland im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um insgesamt acht Prozent zurückgegangen, teilte der Verband weiter mit. Seit Jahresanfang verbuchten die deutschen Autohersteller den Angaben nach einen Bestellrückgang von zehn Prozent. Die Produktion im März fiel mit 436.800 Wagen im Vorjahresvergleich um 17 Prozent niedriger aus. Im ersten Quartal 2002 seien mit rund 1,2 Millionen Fahrzeugen 14 Prozent weniger Einheiten von den Bändern gerollt, als vor Jahresfrist.

Beim Export verbuchten die deutschen Pkw-Hersteller einen Rückgang im März von 16 Prozent auf 297.400 Fahrzeuge. Seit Jahresanfang seien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 13 Prozent weniger Autos exportiert worden. Der Absatz habe im März mit 330.000 Einheiten das Vorjahresergebnis um sieben Prozent unterschritten, seit Jahresbeginn seien insgesamt drei Prozent weniger Pkws neu angemeldet worden.

Analog zum Pkw-Bereich hätten die deutschen Nutzfahrzeughersteller ihre Produktion an die gesunkene Nachfrage angepasst. Im März seien mit 19.600 Einheiten 19 Prozent weniger leichte Transporter und mit 10.350 Einheiten 22 Prozent weniger Nutzfahrzeuge über sechs Tonnen hergestellt worden als vor Jahresfrist. Seit Jahresbeginn rollten im Vorjahresvergleich den Angaben zufolge 25 Prozent weniger leichte und 26 Prozent weniger schwere Nutzfahrzeuge von den Bändern. Die Auftragseingänge insgesamt von deutschen Nutzfahrzeugen unterschritt den Angaben zufolge im März das Vorjahresniveau um sieben Prozent.

Seit Anfang des Jahres gingen Bestellungen aus dem Inland um sechs und aus dem Ausland um acht Prozent zurück. Der Export von Transportern bis sechs Tonnen ging im März im Vergleich zum Vorjahresniveau um zwölf Prozent zurück, bei schweren Transportern lagen die Auslieferungen im März um 17 Prozent tiefer.

Analysten sahen in den Zahlen keine Überraschungen und sagte eine deutliche Erholung für die Branche erst zum Ende des Jahres voraus. "Insgesamt dürfte sich der Markt in diesem Jahr rückläufig bewegen", sagte Albrecht Denninghof von der HypoVereinsbank. "Wir sehen erst ab dem vierten Quartal eine Verbesserung." Am Dienstag notierten die Autowerte am deutschen Aktienmarkt uneinheitlich. Der Dow Jones Automobilindex für die europäischen Autohersteller indes gab leicht nach.

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