Autobesitzer laufen Sturm
Ford schließt nach Reifenrückruf drei Fabriken

Ford schließt wegen des Rückrufs von 6,5 Mill. Bridgestone/Firestone-Reifen drei Fabriken für die Dauer von zwei Wochen. Dadurch können 70 000 Reifen für die Rückrufaktion verwendet werden, die sonst in dieser Zeit auf Neuwagen montiert worden wären. Geschlossen werden zwischen dem 28. August und 8. September die Ford-Werke in St. Louis (Missouri), Edison (New Jersey) und St. Paul (Minnesota).

dpa NEW YORK/NASHVILLE. Der Produktionsausfall in den drei Fabriken beträgt 25 000 Fahrzeuge. Er dürfte den zweitgrößten Autoproduzenten der Welt nach Schätzungen von Wall Street-Analysten rund 100 Mill. $ kosten. Dies berichtete die Zeitung "USA Today" am Dienstag. Die betroffenen amerikanischen Autobesitzer laufen momentan bei den Ford - und Bridgestone/Firestone-Händlern Sturm, um rasch Ersatzreifen zu erhalten. Es stehen jedoch nicht genügend 15-Zoll-Reifen bereit.

Der japanische Reifenriese Bridgestone Corporation, dessen US- Tochter Bridgestone/Firestone Inc. die gewaltige Rückrufaktion eingeleitet hatte, fliegt daher jetzt Ersatzreifen aus Japan in die USA. "Diese Lieferungen werden solange fortgesetzt wie notwendig, um den von dem Rückruf betroffenen Verbrauchern zu helfen", erklärte die Gesellschaft am Dienstag. Bis zum vergangenen Wochenende sind nach Angaben von Bridgestone/Firestone 560 000 Reifen ersetzt worden.

Bridgestone/Firestone hatte ursprünglich mit einer Beendigung des Rückrufs im kommenden Frühjahr gerechnet. "Wir sind damit nicht zufrieden", betonte Bridgestone/Firestone-Präsident Masatoshi Ono. Er hofft, dass mit Hilfe der Muttergesellschaft, der aufgestockten US- Produktion, der Unterstützung anderer Reifenhersteller sowie von Ford der Zeitplan unterboten werden kann. Bridgestone/Firestone genehmigte auch die Verwendung von Fremdfabrikaten und zahlt den Kunden 100 $ je Reifen, wenn sie Konkurrenz-Produkte verwenden.

Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde hat Unfälle bei denen es 62 Tote und mehr als 100 Verletzte gegeben hat, mit den zurückgerufenen Reifen in Verbindung gebracht. Die meisten ereigneten sich mit dem Ford "Explorer"-Geländewagen. Es wurden 15-Zoll-Reifen der Typen P235/75R15 ATX und ATX II sowie die in der Reifenfabrik in Decatur gefertigten 15-Zoll-Reifen des Modells Wilderness AT zurückgerufen.

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