Autobombe explodiert
Mindestens acht Tote bei Selbstmordanschlag

Bei einem neuen palästinensischen Terroranschlag auf einen Linienbus in Nordisrael sind am Montagnachmittag nach inoffiziellen Angaben mindestens acht Menschen getötet und bis zu 40 zum Teil lebensgefährlich verletzt worden.

HB/dpa TEL AVIV/RAMALLAH. Nach Angaben der Polizei hatten Unbekannte nahe dem Ort Pardes Channah gegen 16:20 Uhr ein mit Sprengstoff beladenes Auto an den Bus herangefahren und die Explosion ausgelöst. Der Bus wurde nach Augenzeugenberichten durch die "extrem schwere Explosion" in die Luft geschleudert und völlig zerstört. Die extremistische Palästinensergruppe Islamischer Dschihad bekannte sich zu dem Anschlag.

Es war bereits der zweite Terroranschlag innerhalb Israels in diesem Monat. Am 10. Oktober hatte sich ein palästinensischer Selbstmordattentäter an einer Bushaltestelle nahe der ultraorthodoxen Stadt Bnei Brak bei Tel Aviv in die Luft gesprengt und dabei eine ältere Frau mit in den Tod gerissen.

Der Ort des neuen Anschlags ist nur wenige Kilometer von der "grünen Grenze" zwischen Israel und dem Palästinensischen Westjordanland entfernt. Der Bus der Linie 884 war auf dem Weg von Kiriat Schmona im äußersten Norden nach Tel Aviv, als die Autobombe neben dem Fahrzeug explodierte. Zunächst war unklar, ob sich der Attentäter zu diesem Zeitpunkt noch in dem Wagen befand. Krankenwagen aus den umliegenden Städten rasten sofort zum Ort des Geschehens. Die Feuerwehr benötigte mehrere Minuten, um den brennenden Linienbus zu löschen.

Inzwischen kam es im nördlichen Westjordanland erneut zu Ausschreitungen zwischen radikalen israelischen Siedlern und Palästinensern. Im Gazastreifen erschossen Soldaten am Montagmorgen zwei militante Palästinenser.

Die israelische Armee verschob am Montag ihren geplanten Teilabzug aus der Stadt Hebron um mehrere Tage. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hatte am Sonntag einem Plan seines Verteidigungsministers Benjamin Ben-Elieser zum Abzug aus den palästinensischen Teilen Hebrons zugestimmt. Nur in zwei palästinensischen Stadtvierteln, von denen in der Vergangenheit immer wieder auf jüdische Siedler in der Altstadt geschossen wurde, soll eine kleine Armee-Präsenz verbleiben. Ben-Elieser hatte in der vergangenen Woche vorgeschlagen, nach und nach alle seit Ende Juni besetzten Städte im Westjordanland zu räumen und von palästinensischen Sicherheitskräften überwachen zu lassen.

Im Gazastreifen erschossen israelische Soldaten am Montagmorgen zwei Palästinenser. Nach Armeeangaben hatten die beiden bewaffneten Männer versucht, in die jüdische Siedlung Kfar Darom einzudringen. Es sei zu einem längeren Schusswechsel gekommen, in dessen Verlauf die Palästinenser tödlich getroffen wurden, hieß es. Nach Angaben des israelischen Rundfunks nahm die Armee in der Nacht im Westjordanland acht Männer fest.

Aus dem Norden des Westjordanlandes wurden auch am Montag wieder Ausschreitungen jüdischer Siedler gemeldet. Am Wochenende war es wegen der offiziellen Räumung der jüdischen Kleinsiedlung Chawat Gilad bei Nablus zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Siedlern und israelischen Soldaten und Polizisten gekommen, bei denen etwa 50 Personen verletzt wurden.

Dutzende jugendlicher Siedler bauten hier in der Nacht zum Montag mehrere Hütten wieder auf, die israelische Soldaten und Polizisten am Montag niedergerissen hatten. Verteidigungsminister Ben-Elieser kündigte daraufhin an, er werde auch die neuen Bauten niederreißen lassen.

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