Autobomben explodieren nahe belebtem Markt
Sechs Tote bei Bombenanschlägen an der Grenze zu Tschetschenien

afp PJATIGORSK. Bei zwei Bombenanschlägen sind in der südrussischen Stadt Pjatigorsk nahe der Grenze zu Tschetschenien sechs Menschen ums Leben gekommen. Nach Krankenhausangaben wurden 24 Menschen zum Teil schwer verletzt, als die Autobomben am Freitag in der Nähe eines belebten Marktes zeitgleich hochgingen. Die Polizei ging von einem "terroristischen" Anschlag aus. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur ITAR-TASS wurden zwei Verdächtige festgenommen. Die Behörden schlossen einen Zusammenhang mit tschetschenischen Rebellen nicht aus.

Nach ersten Ermittlungen bestanden die Bomben aus Plastiksprengstoff. Die beiden Autos standen nur rund 150 Meter voneinander entfernt am Eingang zu dem Markt. Zwei Passanten wurden auf der Stelle getötet, vier weitere erlagen später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Vor Ort bot sich ein Bild der Verwüstung mit mehreren zerfetzten Autos. Der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten Wladimir Putin für den Tschetschenien-Konflikt, Viktor Kasantsew, eilte an die Unglücksstelle.

In den vergangenen Monaten hatte es in der Grenzregion zur abtrünnigen Kaukasusrepublik Tschetschenien zahlreiche Anschläge gegeben. Bei einer Serie von Explosionen starben in der Region um Pjatigorsk Anfang Oktober vier Menschen, 30 weitere wurden verletzt. Im November konnte ein Sprengsatz auf dem Markt der Stadt noch rechtzeitig entschärft werden. Im Juli starben sechs Menschen bei einem Bombenanschlag auf dem Markt von Wladikawkas in Nordossetien. Ein Jahr zuvor kamen dort bei einer Explosion 60 Menschen ums Leben. Die russische Armee war vor mehr als einem Jahr in Tschetschenien einmarschiert. In dem Krieg starben nach amtlichen Angaben mehr als 2 600 russische Soldaten.

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