Autobomben im Baskenland und in Madrid
Tote und Verletzte bei Bombenexplosionen in Spanien

Vier mutmaßliche ETA-Mitglieder sprengten sich offenbar bei Vorbereitung eines Anschlags selbst in die Luft.

ap MADRID. Bei zwei Autobombenanschlägen der baskischen Untergrundorganisation ETA sind am Dienstag in Spanien ein 52-jähriger Geschäftsmann getötet und in Madrid mindestens elf Menschen verletzt worden. Ministerpräsident Jose Maria Aznar verurteilte am Abend im Fernsehen die Anschläge. Er versprach, die Regierung werde in ihrem Kampf gegen die Terroristen nicht nachlassen. Am Montagabend waren vier mutmaßliche Mitglieder der Untergrundorganisation ETA in Bilbao offenbar bei der Vorbereitung eines Anschlags selbst ein Opfer ihrer Bombe geworden.

Die Autobombe in Madrid explodierte am Nachmittag in einem Wohngebiet nördlich der Innenstadt. Einige Minuten zuvor war bei der Polizei eine telefonische Warnung im Namen der ETA eingegangen, wie eine Sprecherin mitteilte. Trotzdem wurden unter anderem auch zwei Kinder verletzt. Welches Ziel der Anschlag in Madrid hatte, war zunächst unklar.

Zuvor war am Mittag in einem Industriegebiet des baskischen Seebads Zumaya, etwa 40 Kilometer westlich von San Sebastian, Jose Maria Korta von einer Bombe getötet worden, der Leiter eines Unternehmensverbandes der Provinz Guipuzkoa. Die per Fernzündung ausgelöste Bombe detonierte nach Polizeiangaben, als Korta seinen Wagen neben dem mit Sprengstoff gefüllten Auto parkte. Er galt als Kritiker der ETA, der mehrfach öffentlich zu einem Dialog zwischen der Untergrundorganisation und der Regierung aufgerufen hatte. Korta war verheiratet und hatte drei Kinder.

Die Detonation am Montagabend ereignete sich kurz vor 23.00 Uhr in einem Industriegebiet am Rande von Bilbao, wie das baskische Innenministerium am Dienstag mitteilte. Bei den Toten handelt es sich um vier Männer. Im Umkreis des ausgebrannten Fahrzeugs wurden vier Pistolen und gefälschte Pässe gefunden. Unter den Toten soll Patxi Rementeria sein, der Chef des berüchtigten Kommandos "Vizcaya", wie aus Behördenkreisen verlautete. Das Kommando gilt als eine der militantesten ETA-Einheiten.

Der Bürgermeister von Bilbao, Inaki Azuna, sagte, die Getöteten hätten wahrscheinlich einen Anschlag auf eine Person oder ein Gebäude vorbereitet. Die Detonation war laut der Nachrichtenagentur Efe so heftig, dass einer der Getöteten etwa 50 Meter von dem betroffenen Fahrzeug weggeschleudert wurde.

Der Kampf der ETA für ein unabhängiges Baskenland hat in den letzten 30 Jahren rund 800 Menschenleben gefordert. Seit die Organisation im vergangenen Dezember eine 14-monatige Waffenruhe aufkündigte, haben ihre Aktivisten bei 18 Anschlägen acht Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt.



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