Autohandel vor Umbruch: Kommentar: Super-Mario macht Druck

Autohandel vor Umbruch
Kommentar: Super-Mario macht Druck

Der zähe Widerstand hat nur wenig gebracht. Mario Monti bleibt sich treu. Der Automobilmarkt wird umgekrempelt. Die Reform geht nicht so weit, wie noch vor zwei Jahren von der Branche befürchtet: Wir kaufen unseren Neuwagen künftig nicht im Supermarkt oder bei einem Autoteilehändler, aber wir werden in den Genuss günstigerer Preise kommen.

Wenige Monate nach dem Start des Euros, der grenzüberschreitende Preisvergleiche erleichtert, wird die EU- Kommission im November die starren Beziehungen zwischen Autoherstellern und ihren Exklusivhändlern aufbrechen. Die Autohäuser können endlich ihre mit den Produzenten vereinbarten Verkaufsgebiete verlassen und außerhalb um neue Kunden werben. Der Handel stellt sich auf einen radikalen Strukturwandel ein. Ein Konzentrationsprozess wird einsetzen. Opfer werden diejenigen sein, die nicht genug Kreativität aufbringen.

Umgekehrt bieten sich engagierten Mittelständlern Entfaltungsmöglichkeiten, die sie in dem seit 1985 streng geregelten Markt nie hatten. Monti hat dem Druck der Branche, die am liebsten alles beim Alten belassen hätte, widerstanden. Hersteller und Händler agieren im EU-Binnenmarkt, haben die Absatzmärkte aber immer noch streng von einander abgegrenzt. Im Grunde genommen kann die Branche froh sein, dass die EU-Kommission nicht einen noch radikaleren Schnitt vorbereitet. Die neue Ausnahmeregelung vom EU-Wettbewerbsrecht wird nach knapp neun Jahren enden. Eine abermalige Verlängerung wird es mit Sicherheit nicht geben.

Die Produzenten und ihre Vertriebspartner müssen sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Dabei dürfen sie es aber nicht belassen. Langfristig müssen sie sich von jeder gesetzlichen Absicherung ihrer Beziehung verabschieden. Zu Recht: Das Auto ist schließlich ein Gebrauchsgut wie viele andere. Einen gesetzlich verordneten Protektionismus darf es nicht geben.

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