Autohersteller fürchten bei Einschränkungen für Benzinverbrauch Verlust von Arbeitsplätzen
US-Industrie erwärmt sich nicht für Kerrys Umweltpläne

Die US-Industrie hat skeptisch auf die Pläne des demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry reagiert, die Entwicklung benzinsparender Autos per Gesetz festzuschreiben. "Würde der von Kerry angestrebte Standard von 6,6 Litern auf 100 Kilometer verbindlich, wären 450 000 Arbeitsplätze in Gefahr", sagte Eron Shosteck, Kommunikationschef bei der in Washington ansässigen Vereinigung für Automobilhersteller, dem Handelsblatt.

WASHINGTON. Kerry hatte bereits 2002 im Senat einen Gesetzentwurf unterstützt, wonach der Benzinverbrauch für Limousinen mindestens 6,6 Liter auf 100 Kilometer betragen sollte. An dieser Position, die damals mit großer Mehrheit abgelehnt wurde, hält Kerry nach wie vor fest.

"Man kann die Märkte in Europa und in den USA nicht miteinander vergleichen", bekräftigt Shosteck, dessen Lobbygruppe neun große Autofirmen von General Motors über Daimler-Chrysler und Volkswagen bis Toyota vertritt. "Der europäische Verbraucher muss sehr viel höhere Spritpreise bezahlen und hat deshalb ein natürliches Interesse an einem sparsamen Benzinverbrauch. In Amerika sind dagegen PS-Stärke und die familientaugliche Größe der Fahrzeuge wichtiger."

Auch Kerrys Ankündigung (siehe "Kyoto-Ziel bis 2008 nicht erreichbar"), die Autoindustrie mit Steuervorteilen über eine Milliarde Dollar pro Jahr zu ködern, weist Shosteck zurück: "Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein." Bereits heute gäben die amerikanischen Hersteller pro Jahr rund 18 Milliarden Dollar für die Forschung und Entwicklung neuer Antriebsarten aus: Die Palette reiche von Hybrid über Brennstoffzelle und Diesel bis hin zu alternativen Energiequellen wie Wasserstoff und Äthanol.

Die US-Handelskammer - mit rund drei Millionen Mitgliedern der größte Wirtschaftsverband im Land - wischt Kerrys energiepolitische Ideen auf der ganzen Linie vom Tisch. "Seine Pläne, neue Obergrenzen für den Schadstoffausstoß einzuführen, sind ein Schlag gegen die amerikanischen Unternehmen", kritisiert Bill Kovacs, Vizepräsident für Umweltpolitik bei der US-Handelskammer: "Dadurch werden die Preise nach oben getrieben, die Zeche zahlen am Ende die Verbraucher."

Seite 1:

US-Industrie erwärmt sich nicht für Kerrys Umweltpläne

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%