Archiv
Autoindustrie: Schmerzliche Einschnitte zur Standortsicherung nötig

Um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern, hält die Autoindustrie "schmerzliche Einschnitte" für nötig. Die Wirtschaft brauche mehr Flexibilität und eine Senkung der Arbeitskosten, forderte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag anlässlich der Eröffnung der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) bekräftigte, die Bundesregierung halte an ihrem Reformkurs fest. Forderungen etwa nach einer höheren Erbschaftsteuer sowie der Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen bezeichnete er als "Gift" für die Konjunktur.

dpa-afx HANNOVER. Um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern, hält die Autoindustrie "schmerzliche Einschnitte" für nötig. Die Wirtschaft brauche mehr Flexibilität und eine Senkung der Arbeitskosten, forderte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag anlässlich der Eröffnung der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) bekräftigte, die Bundesregierung halte an ihrem Reformkurs fest. Forderungen etwa nach einer höheren Erbschaftsteuer sowie der Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen bezeichnete er als "Gift" für die Konjunktur.

VDA-Präsident Bernd Gottschalk plädierte etwa für Nullrunden für Beschäftigte, die Bereitschaft zur Mehrarbeit auch ohne Lohnausgleich und die Anrechnung übertariflicher Leistungen. Dies seien notwendige Schritte, um die "Lufthoheit" über die eigene Wettbewerbsfähigkeit wiederzugewinnen. Dies wiederum sei wesentlich für den Erhalt von Arbeitsplätzen. "Wir können nicht Jahr für Jahr neue Exportrekorde aufstellen und zusehen, wie unser Inlandsmarkt stetig an Volumen verliert", sagte Gottschalk.

Die Nutzfahrzeug-Industrie sei derzeit unter allen Branchen in der deutschen Wirtschaft eine der ganz wenigen mit "konjunktureller Zugkraft". Die Branche habe Jahre der tiefen Restrukturierung hinter sich. Die IAA Nutzfahrzeuge könne "Signale der Zuversicht" setzen. "Wir wollen uns nicht überschätzen, aber vielleicht können die Impulse, die von dieser Messe ausgehen, tatsächlich die Inlandskonjunktur noch ein wenig mehr aus der Talsohle herausziehen", sagte Gottschalk.

Bundeswirtschaftsminister Clement betonte, die konjunkturelle Lage sei besser als mitunter beschrieben. Die Wachstumssignale kämen aber nach wie vor überwiegend aus dem Ausland. Was fehle, sei ein Anstieg der Binnennachfrage. Die steigende Zahl der Neuzulassungen von Lastwagen etwa sei ein Zeichen für eine Besserung.

Clement sagte zudem, der Straßengüterverkehr in Deutschland werde in den nächsten Jahren nicht zuletzt wegen der EU-Osterweiterung deutlich zunehmen. Um diese Mehrbelastung zu schultern, sprach sich der Minister dafür aus, beim Bau neuer Straßen künftig verstärkt privates Kapital einzubinden.

Bei der IAA Nutzfahrzeuge zeigen rund 1 300 Aussteller bis zum 30. September Lastwagen, Busse, Transporter und Spezialfahrzeuge sowie Zubehör aller Art. Zu der Messe werden rund 200 000 Besucher erwartet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%