Autoindustrie soll Russlands Wirtschaft antreiben
Massen-Auto „Mischka“ soll die Russen begeistern

Es ist 2,50 oder 3,30 Meter lang, hat wahlweise einen Benzin-, Diesel- oder Elektro-Motor und variable Bauteile aus Plastik, die ihn zu einer Familienkutsche, einem Pickup oder Kleinstwagen mit 5,6 PS für Menschen ohne Führerschein machen. "Mischka" heißt der neue Wagen, der Russlands Straßen künftig massenweise bevölkern soll.

mbr MOSKAU. Noch ist der von der Präsidenten-Partei "Einheit" geförderte Auto für Jederman aber nur ein Pilotprojekt, das erstmals auf dem am Freitag eröffneten fünften Moskauer Autosalon präsentiert wurde.

Insgesamt hat der Autosalon allerdings nicht viel zu bieten. Zu sehr ist Russlands Autoindustrie ins Hintertreffen geraten, obwohl Präsident Putin diesen Industriezweig zur Lokomotive des russischen Aufschwungs machen will.

Schon im nächsten Jahr sollen die ersten 12 000 Wagen des Typs "Mischka" in Putins Heimatstadt St. Petersburg vom Band laufen. Wiktor Jurakow, örtlicher Funktionär der "Einheit"-Partei, hat den Wagen erfunden und ihn den Namen gegeben. "Mischka" heißen die russischen Bären, und ein Bär ist auch im Wappen der "Einheit"-Partei. Ein Sprecher des Projektführers ASM Holding kündigte an, der neue Wagen solle an mehreren Orten hergestellt werden und möglichst billig sein. Rein optisch erinnert "Mischka" jedoch eher an einen Trecker.

Automobilproduktion gesteigert

Ein moderneres Design hat dagegen der neue Lada Calina. Das Auto soll in drei Jahren den alten 5er-Lada ablösen. 220 000 Calinas sollen dann jährlich gebaut werden, wenn die Finanzen des immer wieder vor dem Bankrott stehenden Lada-Werks Awto VAZ die Umstellung jemals zulassen

.

Insgesamt hat Russland seine Automobilproduktion im ersten Halbjahr 2001 um 1 % auf 599 500 Stück steigern können. Die Pkw-Produktion stieg dabei um 4,1 % auf 496 445 Wagen. Der Import von Autos wuchs um 90 % auf 46 400 Wagen. Die Perspektiven für West-Konzerne werden in Russland ohnehin als gigantisch angesehen: Das Land werde binnen fünf Jahren 2 Millionen Autos jährlich nachfragen, davon 300 000 Westwagen. Das jedenfalls meint man bei Ford. Die Firma will noch in diesem Jahr ein Montagewerk in Russland eröffnen. BMW lässt bereits in Kaliningrad montieren, auch Skoda erwägt den Gang nach Osten. GM dagegen arbeitet mit dem Lada-Werk zusammen und hat zugleich seine Auto-Importe nach Russland gestoppt, denn die Zölle haben sich erhöht.

Viel interessanter ist Russland heute als Gebrauchtwagenmarkt für Fahrzeuge aus westlichen Ländern: Von den 1,2 Mill. im vergangenen Jahr verkauften Gebrauchtwagen kamen 969 000 aus heimischer Produktion, 72 000 waren ausländische Neu- und 194 000 ausländische Gebrauchtwagen.

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