Autoindustrie wittert Konjunkturfrühling
IAA setzt Zeichen für Aufschwung

Die Internationale Automobil Ausstellung bricht alle Besucherrekorde und setzt nach Worten von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement ein "selbstbewusstes Zeichen" für den Konjunkturaufschwung in Deutschland.

HB FRANKFURT. Die deutsche Automobilindustrie wittert den lange ersehnten Konjunkturfrühling. Schon am sechsten Messetag sind mehr als eine halbe Million Interessierte in die Hallen der weltgrößten Autoschau geströmt, berichtete der Verband der Automobilindustrie (VdA) am Dienstag in Frankfurt.

"Die von uns angepeilten 850 000 Besucher werden mit Sicherheit übertroffen", prognostizierte VdA-Präsident Prof. Bernd Gottschalk. "Mit der bisherigen Resonanz sind wir über alle Maßen zufrieden", betonte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. An den bisherigen Besuchertagen seien mehr Gäste und Fachpublikum nach Frankfurt gekommen als bei jeder früheren Pkw-IAA.

Der Branchenverband ist zuversichtlich, dass die Fülle von Neuvorstellungen - vor allem die Präsentation des VW-Golf und des Opel-Astra - sich demnächst auch in höherer Nachfrage niederschlagen wird. "Das ist kein aufgesetzter Optimismus, das ist die Stimmung bei allen Herstellern", bekräftigte Gottschalk. Positive Konjunktursignale von der IAA erhoffen sich auch die SPD-Minister Hans Eichel und Wolfgang Clement, die am Dienstag die 60. IAA besuchten.

Das veränderte Messekonzept - mehr Produktinformation und weniger Show-Elemente - hat sich nach Meinung des VdA bewährt. Vor zwei Jahren waren zu Beginn der 59. IAA nach den Terroranschlägen in New York und Washington die extrem lauten Präsentationen mit Musik- und Tanzgruppen gestoppt worden. Dies war sowohl bei Ausstellern, Medien und vor allem Fachbesuchern positiv bewertet worden. Bis zur erhofften Belebung des seit drei Jahren rückläufigen Inlandsabsatzes muss Deutschlands wichtigster Industriezweig zunächst weiter von den Export-Erfolgen zehren. Der VdA-Präsident hält sogar ein überschreiten der Zielgröße von 3,55 Mill. ausgeführten Pkw in diesem Jahr für möglich.

Besonders in den USA hätten sich die deutschen Hersteller im Prämiumsegment sehr gut behauptet. Dies gelte aber auch für Großbritannien und Japan. Von Januar bis Juli konnten auf dem schrumpfenden US-Markt Mercedes, BMW und Porsche den Verkauf aus deutscher Fertigung zwischen 5,8 % und 14,9 % steigern.

Bereits 2002 stieg der Export von Luxus-Autos "made in Germany" trotz weltweiter Wirtschaftsflaute deutlich an. Die Ausfuhr von Benzinmodellen mit mehr als drei Litern Hubraum erhöhte sich um 14,6 % auf gut 345 000 Pkw. Der Exportwert der üppig ausgestatteten Autos verbesserte sich sogar um 20 % auf 16,6 Mrd. ?, berichtete das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden. Dies entspricht gut 20 % des gesamten Ausfuhrwertes aller ins Ausland gelieferten neuen Personenwagen.

Erneut ging mit 52 % mehr als die Hälfte aller ausgeführten Luxus-Autos in die USA. Die Lieferungen der großen Benziner in die Vereinigten Staaten legten um 6,8 % auf 179 553 Modelle zu. Selbst im krisengeschüttelten Autoland Japan wollten im vergangenen Jahr 28 256 Autokäufer ein Oberklassemodell aus deutscher Fertigung, das immerhin einen Durchschnittspreis von 48 223 ? erreicht.

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