"Autokonjunktur hat auch viel mit dem Produktangebot zu tun"
Porsche mit positiver Ertragsprognose

Der Sportwagenhersteller spürt trotz trüberer Aussichten für die Autokonjunktur einen weiter anziehenden Auftragseingang.

Reuters PARIS. Der Sportwagenhersteller Porsche spürt trotz trüberer Aussichten für die Autokonjunktur einen weiter anziehenden Auftragseingang. "Wir liegen über Plan, so einen hohen (Auftrags-) Bestand hatten wir noch nie", sagte Firmenchef Wendelin Wiedeking am Freitag auf dem Automobilsalon in Paris. Für das laufende Geschäftsjahr 2000/01 (zum 31. Juli) bekräftigte Wiedeking die Aussage, dass der Absatz weiter zunehmen solle. "Wir gehen davon aus, dass wir weiter auf sehr hohem Niveau Geld verdienen."

Der Porsche-Chef verwies mit Blick auf die Ertragsprognose darauf, dass darin auch hohe Aufwendungen für die Entwicklung des Geländewagens Cayenne enthalten seien, der 2002 auf den Markt kommen soll. Im Moment sei die Phase, in der die Aufwendungen für den Cayenne am höchsten seien. "Und wenn wir dort alles aus dem laufenden Geschäft finanzieren und dabei noch solche Aussagen treffen können, ist das schon eine heile Geschichte, mehr als heil." Von dem Cayenne, der in einem neuen Werk in Leipzig gebaut werden soll, will Porsche pro Jahr mehr als 25 000 Fahrzeuge verkaufen.

Keine Abschwächung in Sicht



Eine Abschwächung des Porsche-Geschäfts ist nach Wiedekings Worten nicht in Sicht. "Es gibt keinen Grund, auf irgendeinem Markt auf irgendwelche Schwächetendenzen zu schließen", sagte er. Im Geschäftsjahr 1999/00 hatte Porsche nach früheren Angaben seinen Absatz um 10,9 % auf 48 797 Fahrzeuge gesteigert, der Umsatz hatte nach vorläufigen Zahlen um 13,3 % auf rund sieben Mrd. DM zugenommen. Auch der Gewinn vor Steuern habe trotz der Entwicklungskosten für den Geländewagen den Vorjahreswert von 698,2 Mill. DM übertroffen.

Porsche profitiert vom schwachen Euro



Porsche

profitiert derzeit auch von dem hohen Kurs des US- $, da das Unternehmen fast die Hälfte seiner Fahrzeuge in den USA absetzt. Wiedeking sagte, er rechne aber durchaus damit, dass der Euro im Vergleich zum Dollar auch wieder stärker werde. "Ich glaube dass der Dollar zurzeit sicher zu stark ist. Ich gehe davon aus, es wird sicher wieder in die Parität hineingehen."

Zur aktuellen Debatte über hohe Benzinpreise sagte der Porsche-Chef, sicher habe dies bei manchem Hersteller Einfluss auf den Absatz. Es wäre aber eindimensional, die zuletzt schwache Entwicklung des Automarktes in Deutschland nur auf die Benzinpreise zu schieben. Die Autokonjunktur habe auch viel mit dem Produktangebot zu tun. Zur Debatte über die Ökosteuer sagte Wiedeking, diese Frage müsse auf gesellschaftspolitisch breiter Front diskutiert werden. Das Automobil sei dabei nur eine Facette. "Wir müssen natürlich die Frage stellen, wie wir die Rente finanzieren. Man kann nicht ein Loch stopfen und das andere aufreißen." Die Bundesregierung setzt die Einnahmen aus der Ökosteuer zur Entlastung der Rentenkassen ein.

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