Automaten sollen künftig auch bei der Pflege von kranken und alten Menschen eingesetzt werden
Reinigungsroboter helfen bei der Hausarbeit

Roboter im Haushalt sind keine Utopie mehr. Erhältlich sind bereits intelligente Staubsauger, die selbstständig Teppichböden reinigen, oder drahtlos gesteuerte Tragehilfen. Bis jedoch die ersten Roboter die Aufgaben von Butlern übernehmen, wird noch einige Zeit vergehen. Die Technik dafür ist noch zu teuer.

DÜSSELDORF. Auf der Hannover Messe, die am Montag in der Niedersächsischen Hauptstadt beginnt, werden Forscher vom Fraunhofer für Produktionstechnik und Automatisierung-Institut (IPA) in Stuttgart die zweite Generation ihres Haushaltsroboters Care- O-bot vorstellen. Der neue elektronische Gehilfe der Stuttgarter hat sich nicht nur äußerlich verändert, er bietet nun auch zusätzliche Funktionen. Der Care-O-bot II orientiert sich im Raum über ein Stereo-Kamerasystem und kann mit einem Laser-Scanner eine Karte seiner Umgebung erzeugen. Auf Basis dieser Daten sucht sich der Automat den besten Weg zu seinem Ziel. Stößt er auf Hindernisse, dann weicht er diesen selbstständig aus.

Auch eine Sprachsteuerung haben Projektleiter Christoph Schaeffer und sein Team in die neue Version des Serviceroboters integriert. "Einfache Befehle wie ,geh in die Küche? versteht er bereits." Der erste Prototyp des Serviceroboters wurde vor vier Jahren ebenfalls auf der Messe in Hannover präsentiert. Der Care-O-bot soll vor allem kranken und alten Menschen zur Hand gehen. Der Roboter erledigt dabei einfache Hol- und Bringdienste. Außerdem soll er Stütze und Gehhilfe in der häuslichen Umgebung sein und dem Menschen beim Ankleiden helfen. Als mobile Kommunikationszentrale kann der Care-O-bot zudem per Bildtelefonat den Kontakt zu Ärzten und Pflegediensten herstellen und die Haustechnik wie Heizung, Licht oder Alarmanlage regeln.

Das Interesse der Hersteller von Haushaltsgeräten wie Bosch-Siemens, Electrolux und anderen an der Technik für den Serviceroboter ist noch gering. "Die Herstellung des elektronischen Helfers, wie wir ihn entwickelt haben, ist heute noch zu teuer", räumt IPA-Forscher Schaeffer ein. Rund 15.000 Euro müsste ein Kunde für einen Care-O-bot bezahlen. Durch eine Serienproduktion könnten die Kosten jedoch in Richtung 10.000 Euro gedrückt werden, ist der Roboterexperte zuversichtlich.

Wesentlich billiger als Care-O-bot ist sein Roboter-Kollege Cye, der vom amerikanischen Hersteller Probotics bereits für rund 1 000 Dollar angeboten wird. Allerdings bietet das Gerät auch viel weniger Funktionen: Ohne aufwendige eigene Programmierung beschränken sich Cye?s Aktivitäten auf Staubsaugen und Transport - er bietet also bis auf das Reinemachen nicht viel mehr als ein Beistelltisch auf Rädern. Seine Arbeits-Umgebung lernt der "personalrobot" - wie ihn seine Entwickler nennen - kennen, indem er zunächst per Computermaus durch die Wohnung gesteuert wird. Sensoren an den Rädern zeichnen dabei die Bewegungen auf und speichern die Abläufe.

Auch andere Hersteller bieten inzwischen solche autarken Staubsauger an. So hat Electrolux in Schweden und in der Schweiz ein Gerät auf den Markt gebracht, das selbstständig im Raum herumfährt und den Schmutz auf dem Boden beseitigt. Der Trilobite, der im Sommer auch in Deutschland erhältlich sein wird, sieht aus wie eine flache kreisrunde Scheibe und ist 13 cm hoch.

Der 1.500 Euro teure automatische Staubsauer orientiert sich mit Ultraschallsensoren an den Wänden und fährt den Raum kreuz und quer ab. Die Energieversorgung erfolgt über Akkus. Geht der Strom zur Neige, fährt das Gerät automatisch zur Ladestation, um die Akkus wieder aufzuladen.

Auch der holländische Reinigungsspezialist RTB hat zusammen mit Siemens einen Reinigungsroboter entwickelt. Der "ST82R" putzt die Böden sogar dann, wenn die Flächen gerade genutzt werden: Er weicht Hindernissen automatisch aus und kann sogar sprechen. Geht ein Gast trotz freundlicher Aufforderung nicht aus dem Weg, umfährt die Maschine die Stelle und kommt später wieder. Laserscanner und mehrere Ultraschallsensoren sorgen dabei für eine sichere Navigation. Um sein Terrain kennen zu lernen, unternimmt der Roboter lediglich zwei Probefahrten. Auf der ersten Fahrt erfasst er mit Hilfe seiner Laserscanner-Augen die Umgebung und speichert sie, auf der zweiten Lernfahrt wird er mit der gewünschten Reinigungsroute bekannt gemacht.

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