Automatische Aufträge lösten Anstieg aus
Der Trend des Euro geht klar noch oben

Erstmals seit vier Jahren hat der Euro am Freitag zum Dollar das Niveau seiner ersten Norierung vom 2. Januar 1999 übertroffen. Nach Einschätzung von Devisenhändlern wird sich der Aufwärtstrend der Gemeinschaftswährung auch in den kommenden Wochen fortsetzen und den Euro auf neue Allzeithochs führen.

Reuters FRANKFURT. "Der Trend des Euro ist klar aufwärts gerichtet", sagte ein Devisenhändler. Am Freitag sei es der europäischen Währung bei ihrem vierten oder fünften Versuch in dieser Woche gelungen, die psychologisch wichtige Marke der Erstnotiz von 1,1747 zu durchbrechen. Über dieser Marke hätten automatische Kaufaufträge einen Anstieg um rund einen halben US-Cent in wenigen Sekunden ausgelöst.

Gegen 11 Uhr notierte der Euro mit 1,1802/06 Dollar nur knapp unter seinem Tageshoch von 1,1789 Dollar. Damit lag die Gemeinschaftswährung nur noch gut einen US-Cent unter ihrem Allzeithoch von rund 1,19 Dollar. Seit seinem Jahrestief von 1,0337 Dollar am 2. Januar 2003 hat der Euro damit gut 14 Prozent zur US-Währung zugelegt. Im Januar 1999 war er an den Finanzmärkten erstmals notiert worden und hatte gleich am ersten Tag sein Allzeithoch erreicht. In den Folgejahren verlor die Gemeinschaftswährung rund ein Drittel ihres Wertes, ehe im Lauf des vergangenen Jahres die Erholung einsetzte.

"In den kommenden Wochen werden wir sicherlich neue Allzeithochs sehen - wenn es überhaupt noch so lange dauert", prognostizierte ein Devisenhändler am Freitag in Frankfurt. "Kurse von rund 1,20 Dollar dürften in unmittelbarer Zukunft erreicht werden." Als Hintergrund für den Kursanstieg des Euro in den vergangenen Wochen nannten Marktteilnehmer erneut Äußerungen von US-Finanzminister John Snow. Dieser habe nicht den Eindruck erweckt, wegen der Kursschwankungen am Devisenmarkt besorgt zu sein. "Das wird als Abkehr von der Politik des starken Dollar gewertet. Es ist zumindest ein Signal dafür, dass die USA nicht am Markt eingreifen werden. Die Angst vor Interventionen ist gewichen", sagte der Händler.

Die USA hätten ein enormes Defizit in der Handelsbilanz zu bewältigen, begründeten Händler die Schwäche des Dollar weiter. zudem habe das US-Repräsentantenhaus am frühen Freitagmorgen für ein Steuersenkungspaket in Höhe von 350 Milliarden Dollar gestimmt. Die Zustimmung der zweiten Kongress-Kammer, des Senats, wird im Laufe des Tages erwartet.

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