Automatisierung in der Lebensmittelverarbeitung schreitet voran
Flexibler Roboter packt frische Fische

Roboter nehmen nun auch in der Fischindustrie den Menschen monotone Arbeit ab. Ausgefeilte Bildverarbeitung und Steuerungstechnik ermöglichen erstmals das Verpacken von Frischfisch.

HB BREMEN. Jeder Fisch ist anders. Auch den Roboter stört das inzwischen nicht mehr. Nachdem die Automatisierung in der Produktion weit vorangeschritten ist, werden die stählernden Gehilfen nun auch für delikate Verpackungsaufgaben in der Lebensmittelindustrie fit gemacht. Selbst Räuchermakrelen können neuerdings versandfertig in Styroproboxen verpackt werden. Das zeigte unlängst eine Pilotanlage, die auf der Bremer Messe "Fish International" vorgestellt wurde. Dass damit Roboter auch in Tätigkeitsbereiche vordringen, die für immer mehr Arbeitnehmer als unangenehm gelten, ist ein Resultat verbesserter Steuerungs- und Bildverarbeitungstechnik.

Bei der automatisierten Fischverpackung arbeiten drei Roboter in Reihe: Die Makrelenfilets kommen auf teflonbeschichteten Gitterrosten aus der Räucherei. Der erste Roboter kleidet eine Styroporkiste mit Vakuum-Folie aus, der zweite legt den Fisch hinein und der dritte stapelt die Boxen auf Paletten. Das klingt leichter als es ist: "Für die Entwickler der Automatisierungstechnik war es eine Herausforderung, etwas so variantenreiches und sensibles wie Fisch in die Verpackung zu bekommen", sagt Rolf Peters, Geschäftsführer von K-Robotix. Das Bremer Unternehmen hat die Entwicklung der Bearbeitungsstraße koordiniert.

Monotone, anstrengende Arbeiten werden ersetzt

"Automatisierung spielt inzwischen auch in der Lebensmittelindustrie eine wichtige Rolle", sagt Stefan Sagert vom Fachverband Robotik im Verein Deutscher Anlagen- und Maschinenbauer. Doch bisher fand die automatisierte Verpackung von frischen Lebensmitteln lediglich ohne direkten Kontakt zwischen Roboter und Produkt statt - etwa beim Stapeln von Quark- und Joghurtbechern.

Im Gegensatz zur Fabrikation bringt der Einsatz der Automaten hier zwar keinen direkten Produktivitätsgewinn. Dafür werden aber monotone und körperlich anstrengende Arbeiten im Kühlhaus ersetzt. "Für diese Tätigkeiten wird es immer schwieriger, Arbeitskräfte zu bekommen", berichtet ein Sprecher der Cuxhavener Fischverarbeitungsfirma Husmann und Hahn.

Auch Hygiene-Argumente sprechen für die Automatisierung : "Da die gesetzlichen Anforderungen an die Produkte steigen, ist jede Technik willkommen, die den Weg von der Verarbeitung in die Verpackung verkürzt", sagt Matthias Keller, Geschäftsführer des Bundesverbands Fischindustrie in Hamburg. Trotz hochautomatisierter Abläufe in der Fischverarbeitung: Verpackt wird der Fisch bislang von Hand. Wabbelige, unförmige Makrelen, mal dick, mal dünn, waren bisher maschinell nicht handhabbar. Erst eine schnelle Bilderfassung und eine ausgefeilte Greifertechnik brachten die Lösung.

Schnelle Bilderfassung ermöglicht Automatisierung

Die Kamera erfasst Drehlage, Umrisse und Schwerpunkt der Fische. Durch die Auswertung dieser Information wird der von Thom Metall- und Maschinenbau entwickelte Greifer in die richtige Position gebracht. Die Bilderfassung kann in von dreißig Minuten auf eine andere Fischart umgestellt werden, erklärt Werner Franke, Vertriebsingenieur bei Omron Electronics, die für die Bilderfassung der Anlage zuständig ist. Pfefferkörner oder reflektierende Fettflecken auf dem Rost könnten das System zwar irritieren. Doch ein Reflektionsfilter soll das verhindern. - Was wäre eine Räuchermakrele ohne Fett und Pfeffer?

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