Automesse startet mit Rekordzahl von 57 Weltneuheiten
IAA beginnt mit betonter Zurückhaltung

Das Festhalten an der Messe sei ein "Versuch zur Rückkehr in ein Stück Normalität", sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk

Reuters FRANKFURT. Überschattet von den Terroranschlägen in den USA hat am Donnerstag die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt ohne große Feierlichkeiten ihre Pforten geöffnet. Tausende Besucher strömten am Morgen auf das Messegelände, wo die Hersteller überwiegend auf ursprünglich geplante Schaueinlagen zur Vorstellung ihrer neuesten Modelle verzichteten. Auf der Messe präsentieren die Automobilkonzerne die Rekordzahl von 57 Weltneuheiten. Die Messe ist zunächst nur für Fachbesucher und ab Samstag dann für die breite Öffentlichkeit geöffnet.

Als Reaktion auf die Terroranschläge hatte der VDA die traditionelle Eröffnungsfeier für die IAA abgesagt, an der auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) teilnehmen sollte. Außerdem hatte der Verband als Veranstalter allen 1100 Ausstellern empfohlen, zunächst für die ersten beiden Messetage auf Schaueinlagen, Musik oder Tanzgruppen zu verzichten.

Kondolenzbuch am Eingang

Gottschalk sagte, die Tatsache, dass die Messe ungeachtet der Terroranschläge stattfinde, dürfe nicht als Zeichen mangelnder Anteilnahme missverstanden werden. "Das ist die falscheste aller Interpretationen", betonte er. Es sei aber wichtig, auf eine kontrollierte Weise allmählich wieder zur Normalität zurückzukehren. "Deswegen haben wir uns auch entschlossen, die Messe für das Publikum zu öffnen. Ohne Schau, ohne Musik, ohne großen Glamour, sondern um dies als eine ganz besinnliche Informationsbörse zu nehmen", sagte Gottschalk.

Am Eingang der Messe legte der VDA ein Kondolenzbuch aus. Kurz nach der Eröffnung ruhten auf dem Messegelände um 10.00 Uhr alle Aktivitäten fünf Minuten lang, um den Opfern der Terroranschläge auf das World Trade Center und das US-Verteidigungsministerium in Washington zu gedenken, bei denen vermutlich tausende Menschen starben.

Filme auf Videoleinwänden ohne Ton

In den meisten Messehallen blieb es wegen des Verzichts auf Schaueinlagen und Musikeinspielungen ungewöhnlich ruhig, nur das Gemurmel der Besucher und das Klappen von Fahrzeugtüren war zu hören. Auf Ständen wie etwa bei Mercedes liefen auf Videoleinwänden aufwändig produzierte Filme für die IAA ohne Ton. Am Stand von Volkswagen war dagegen am Vormittag eine Video-Präsentation in einem kreisrunden, abgedunkelten Bereich mit Wasser- und Laserspielen sowie lauter Musik in Betrieb. Nach Angaben des Unternehmens wurde die Musik sowie die Wasser- und Lichtanimation am Mittag aber abgeschaltet. Der Betrieb der Präsentation sei der Fehler eines Mitarbeiters gewesen, hieß es.

Der VDA rechnet nach früheren Angaben damit, dass rund eine Million Menschen die diesjährige IAA besuchen werden. Am ersten Fachbesuchertag seien 53 500 Besucher gezählt worden, teilte der Verband am Donnerstagabend in Frankfurt mit. Das seien rund elf Prozent weniger gewesen als am ersten Fachbesuchertag auf der 58. IAA im Jahr 1999. Angesichts der aktuellen Ereignisse in den USA verbiete es sich allerdings, die Besucherzahlen der diesjährigen IAA an den Werten der vorangegangenen Veranstaltungen zu messen, hieß es seitens des Verbandes weiter.

Sicherheitsvorkehrungen verstärkt

Die Messe ist noch bis 23. September geöffnet. Nach den Anschlägen in den USA wurden auf dem Messegelände die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, Polizisten patrouillieren in den Hallen und auf den Freigeländen. Auf der Messe werden Neuheiten wie die 7er-Reihe von BMW, die nächsten Generationen der Kleinwagen VW Polo und Ford Fiesta oder das Luxus-Cabrio Mercedes SL erstmals der breiten Öffentlichkeit präsentiert.

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