Automobil- auch Technologietitel schwach
Europa-Börsen auf Berg- und Talfahrt

Die europäischen Börsen haben nach Verlusten in den vergangenen fünf Tagen uneinheitlich notiert. Der DJ-Stoxx-50-Index zog um 0,28 Prozent auf 3430 Punkte an. Händler sprachen von einer Berg- und Talfahrt der Titel.

Reuters LONDON. Auftrieb verlieh dem Markt laut Händlern der unerwartet starke Anstieg der US-Auftragseingänge für langlebige Güter. Nicht-zyklische Konsumgüter sowie Telekom-Titel verzeichneten durschnittlich größere Gewinne. Schwach waren neben Automobil- auch Technologietitel. Nokia litten unter Spekulationen, wonach der Telekom-Ausrüster im Juni eine weitere Umsatzwarnung ausgeben könnte.

Angeführt wurden die Standardwerte von der niederländischen Finanzgruppe ING sowie vom britischen Moblifunkunternehmen Vodafone. Vodafone will am Dienstag Zahlen veröffentlichen. ING überraschte den Markt mit einem Gewinnanstieg im ersten Quartal und stellte für 2002 einen über dem Vorjahr liegenden Gewinn in Aussicht. Entgegen dem Trend bei anderen Telekom-Titeln gaben Deutsche rund drei Prozent ab. Die Ratingagentur Moody's hatte zuvor den Ausblick auf negativ gesenkt.

LONDON - Die Londoner Börse konnte Boden gut machen und notierte im Plus. Der FTSE-100-Index verzeichnete ein Kursplus von 0,45 Prozent auf 5175,3 Punkte. Unterstützung kam von Bankentiteln, die trotz der Spannungen zwischen Indien und Pakistan anzogen, sowie dem Interesse der Investoren an Vodafone. Die Vodafone-Titel legten 4,2 Prozent zu. Positiv aufgenommen wurden auch später dementierte Spekulationen eines Verkaufs des Festnetzgeschäftes der Tochtergesellschaft Japan Telecom. Der Telekom-Titel mmo2 gewann 3,3 Prozent. Die Firma wird ihre Zahlen voraussichtlich am Mittwoch vorlegen. Bei den schwergewichtigen Banken gewannen HBOS 1,9 Prozent. Royal Bank of Scotland notierten 2,4 Prozent über dem Vortag. Schwächer waren hingegen Pharmatitel.

PARIS - Die Börse Paris notierte nach Verlusten in den vergangenen fünf Tagen leicht höher. Der CAC-40-Index rückte 0,35 Prozent auf 4341,6 Zähler vor. Im Mittelpunkt der Anleger standen EADS und Multimedia-Gigant Vivendi Universal. EADS zogen über zwei Prozent an. Zuvor hatte sich der Konzernchef positiv über den Geschäftsverlauf geäussert. Geholfen habe laut Händlern auch eine Äusserung von Lagardere, den Anteil an EADS zu halten. Vivendi Papiere profitierten von Hoffungen der Anleger, dass Konzernchef Messier den Verkauf der Vivendi Environment Einheit nochmals überdenken könnte. Vivendi Universal-Titel rückten 5,5 Prozent vor.

ZÜRICH - Spezialsituationen bestimmten den Handel mit Schweizer Aktien. Händler sagten, insgesamt habe sich der Markt uneinheitlich und bei einem schwächeren Grundton auch etwas richtungslos gezeigt. Der SMI schloss auf 6564,1 Punkten. Einzelne Versicherungen wie Zurich, Swiss Re oder Baloise litten unter größeren Abgaben. Vor allem Zurich fielen mit knapp drei Prozent recht deutlich. Händler sagten, die Gerüchte, wonach es zu einer Kapitalerhöhung zur Stärkung der Eigenmittel kommen werde, hielten sich hartnäckig. Die Banken dagegen waren mehrheitlich fester.

FRANKFURT - Die deutschen Aktienmärkte begaben sich auf eine Berg- und Talfahrt. Nach einer zunächst freundlichen Eröffnung lasteten im weiteren Verlauf massive Kursverluste der Deutschen Telekom nach einer Bonitätsrückstufung durch die Ratingagentur Moody's auf dem Index. Am Nachmittag verhalfen besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten den deutschen Märkten kurzzeitig zu einer positiven Tendenz. Im Sog nachgebender US-Märkte rutschten die Kurse dann allerdings wieder ins Minus. Der Deutsche Aktienindex (Dax) verzeichnete am späten Nachmittag einen Abschlag von 0,5 Prozent auf 4894 Stellen. Unter den Einzelwerten fiel die Telekom-Aktie zeitweilig im Verlauf um mehr als fünf Prozent auf ein neues Allzeittief bei 11,76 Euro.

AMSTERDAM/BRÜSSEL - Die Börsen der Benelux-Staaten zogen an. Der holländische AEX-Index legte 1,09 Prozent auf 492 Punkte zu, und der belgische Bel20-Index gewann 0,43 Prozent auf 2.792,9 Punkte. Unterstützung verliehen in Amsterdam besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen von ING; die Papiere schnellten rund vier Prozent nach oben. So stieg der Quartalsgewinn auf 1,13 Milliarden Euro, was die Firma veranlasste, die Jahresprognosen zu erhöhen. Davon profitierten auch andere Finanz- und Versicherungswerte wie KBC Bankassurance, Almanij oder Aegon.

MAILAND - Der MIB-30-Index sank um 0,26 Prozent auf ein drei-Monatstief von 30.666 Zählern. Gesucht waren defensive Titel. Die Gewinne reichten aber nicht aus, um die Kursverluste im Finanz- und Telekombereich auszugleichen. Die anfänglichen Gewinne bei den Aktien des Energiekonzerns Edison wurden mit einer Präsentation eines komplexen Rekapitalisierungsplans durch Analysten zunichte gemacht. Die Papiere notierten am Ende rund 0,25 Prozent höher. Telecom Italia verloren ebenso wie die Mobilfunkgruppe TIM über ein Prozent. Bankentitel waren schwächer.

MADRID - Die spanische Börse ging im Plus aus dem Handel. Der Ibex35-Index legte 0,57 Prozent auf 7902,1 Zähler zu. Fester waren vor allem schwergewichtige Bankenwerte wie BBVA und Santander Central Hispano. Die Aktien der Energiegruppe Cepsa profitierten vom Interesse des französischen Riesen TotalFinaElf, der seine Beteiligung erhöhen will. Telefonica konnten trotz der anfänglichen Schwäche zulegen und gewannen 0,2 Prozent.

STOCKHOLM - Die skandinavischen Aktien gingen leichter aus dem Handel. Der Stoxx Nordic Index büßte 0,3 Prozent auf 300,6 Zähler ein. Zweifel der Anleger hinsichtlich der Entwicklung der Unternehmensgewinne und der Konjunkturlage belasteten Händlern zufolge den Markt. Nokia verloren nach einer Gewinnwarnung des Zulieferers Eimo drei Prozent. Konkurrent Ericsson notierte gehalten.

WIEN - Positiv auf über den Erwartungen liegende Quartalszahlen reagierte VA Tech. Die Aktie des Anlagenbauers stieg auf 34,0 Euro, wenngleich das Volumen mäßig blieb. Auffallend auch BWT, die sich auf 25,50 Euro erhöhten, ohne dass fundementale Nachrichten dahinter stehen. Die RaiffeisenCentrobank bestätigte die Empfehlung "übergewichten" und das Kursziel von 30 Euro. Der ATX schloss auf 1327,63 Punkten.

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