Automobilaktien unter starkem Verkaufsdruck
Positive US-Börsen mindern Verluste im Dax

Am deutschen Aktienmarkt bleiben Händler und Investoren verunsichert über die Folgen des Anschlags auf die USA der vergangenen Woche. Auto-Aktien litten, nachdem Lehman Brothers den Sektor als überbewertet eingeschätzt hatte. Zu den Tagesverlierern gehörten Infineon und Adidas-Salomon.

rez/HB FRANKFURT/M. Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt bleibt gedrückt von Sorgen vor Krieg und einer weltweiten Rezession nach den Terroranschlägen auf die USA. Immerhin wurden die Verluste des deutschen Börsenbarometers Deutscher Aktienindex (Dax) geschmälert, als die US-Börsen den Handel mit leichten Gewinnen begannen. Die Wall Street reagierte positiv auf die jüngsten US-Inflationsdaten.

Wie das US-Arbeitsministerium am Dienstag bekannt gab, sind die Verbraucherpreise im August gegenüber dem Vormonat um 0,1 % gestiegen. Das liegt leicht unter den Schätzungen der Analysten, die mit 0,2 % gerechnet hatten. Auf Jahresbasis erreichte die Teuerungsrate damit 2,7 %. Die Kernrate, die die stark schwankenden Energiepreise nicht berücksichtigt, stieg im August um 0,2 % gegenüber dem Vormonat und um 2,7 % gegenüber dem August 2000.

Am deutschen Aktienmarkt lag der Dax am frühen Abend um 1,3 % im Minus bei 4 177 Punkten. Unter starkem Verkaufsdruck standen die Aktien von Autoherstellern. Eine zurückhaltende Einschätzung des Autosektors durch die Investmentbank Lehman Brothers und Befürchtungen über ein deutliches Absinken des US-Verbrauchervertrauens nach den Terroranschlägen hätten die Kurse rutschen lassen, sagten Händler.

Daimler-Chrysler verloren im Tagesverlauf knapp 2 %, BMW gaben 3 % ab. Volkswagen brachen gar um über 6 % ein. Im Nebenwertesegment M-Dax verloren Porsche-Aktien zwischenzeitlich um über 5 %, während der M-Dax-Index nur um knapp 1,5 % auf 3 881 Punkte sank. Die Analysten von Lehman Brothers halten die europäischen Automobilwerte trotz der überdurchschnittlichen Kursverluste der vergangenen Woche von 21 % für überbewertet. Zwar sei der Gesamtmarkt im gleichen Zeitraum nur um 10 % gefallen. Doch auf Jahresbasis habe der Automobilsektor den Markt immer noch um 15 % übertroffen.

Wenig Hoffnung auf eine baldige Kurserholung sehen die Experten für Daimler-Chrysler. Der wichtige US-Markt für leichte Fahrzeuge werde seinen Abwärtstrend fortsetzen. Die Gewinnaussichten für die US-Tochter Chrysler würden auch 2002 schlecht bleiben. Beim Sportwagenhersteller Porsche sehen die Analysten am ehesten eine kurzfristige Erholung. Trotz des schwachen Gesamtmarktes werde das Unternehmen im September voraussichtlich ein Umsatzwachstum von 25 % vorweisen können, vor allem dank des neuen Modells 911.

Die roten Laterne des Tagesverlierers trugen allerdings Infineon-Aktien, die zwischenzeitlich auf ein neues Allzeittief von 16,70 fielen. Gegen Abend verringerte das Papier des Halbleiter-Herstellers seinen Verlust etwas und lag mit über 8 % im Minus. Der Titel finde einfach keinen Boden, meinten Händler. Sie berichteten über umfangreiche Verkäufen durch US-Investoren. Die Aktie leide außerdem unter der Schwäche des Halbleiter-Sektors.

Auch Adidas-Salomon brachen um über 7 % ein. Grund für die Verluste ist Händlern zufolge die Meldung, dass der Sportartikelhersteller sich mit 10 % an der noch zu gründenden FC Bayern München AG beteiligen will. Die Aktien des Softwareherstellers SAP sackten nach der Herabstufung durch zwei deutsche Banken zwischenzeitlich um über 5 % ab. Am frühen Abend lag der Wert noch um gut 3 % im Minus. Den Grund für die Verluste sehen Händler in dem wenig zuversichtlichen Ausblick des SAP-Konkurrenten Oracle. Der Konzern hatte am Montag in einer Telefonkonferenz erklärt, es sei noch kein Ende der Abschwächung bei Software-Verkäufen absehbar.

Besser sah es für die seit den Terroranschlägen arg gebeutelte Aktie des Touristik-Konzerns Preussag aus. Der Titel gewann gestern über 5 %. Die Regionalbörsen zeigten sich zumeist leichter.

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