Automobilhersteller leiden unter der Konjunkturflaute
Porsche, Peugeot & Co. vergeht das Lachen

Deutschlands Vorzeigeindustrie plagen Absatzsorgen: Selten hatten Deutschlands Autohersteller wohl eine stärkere Modellpalette vorzuzeigen. Doch hat die Konjunkturflaute in Europa Spuren in den Konzernbilanzen hinterlassen. Obwohl Profitprimus der Branche, sah Porsche nur dank des Starterfolgs mit dem geländegängigen PS-Protz "Cayenne" ein Gewinnwachstum. Trotzdem gibt sich Porsche-Lenker Wendelin Wiedeking optimistisch und hält die Unabhängigkeit des kleinsten deutschen Autoherstellers nicht für gefährdet.

HB DÜSSELDORF. Auch bei Peugeot Citroën endeten sieben Jahre fetter Gewinnzuwächse. Nach einer verkappten Gewinnwarnung sah es einen Moment so aus, als ob Jean-Marie Folz sein strahlendes Lächeln vergehen werde. Der Manager hatte den französischen Autokonzern zur Messlatte für Einsparungen und flexible Allianzen gemacht.

In Italien diskutierte der Agnelli-Clan nach dem Ableben des Paten Gianni im Frühjahr, sich aus ganz dem Autogeschäft zurückzuziehen. Dabei waren die Verluste bei Fiat gegenüber 2002 schon deutlich rückläufig. Ein Ausstieg der Agnellis hätte wohl das Aus bedeutet. Zwar hält General Motors 10 % des Fiat-Kapitals und hat Vorkaufsrechte. Aber die reichen Onkel aus Amerika stehen in ihrem Heimatmarkt vor Problemen und haben kein Interesse. So blieben die Agnellis Fiat treu. Als Retter bestallten sie Herbert Demel, der früher einmal bei Audi am Steuer gesessen hatte.

Ganz andere Sorgen hat Daimler Chrysler. Den Stuttgarter Weltkonzern quälen Wachstumsschmerzen in Asien, vor allem aber beim US-Partner. Bei der Fusion mit Chrysler fühlt sich deren früherer Großaktionär Kirk Kekorian über den Tisch gezogen. Er zerrte Daimler-Boss Jürgen Schrempp in den USA vor den Kadi und will so sein Vermögen um eine neunstellige Summe aufbessern. Daheim wird der Konzern von massiven Problemen seiner Beteiligung Toll Collect geplagt. Sie bringt das von ihr entwickelte Mautsystem für Deutschlands Autobahnen nicht in Gang. Seit Kurzem sind wieder Schadenersatzforderungen des Bundes von mehr als 1 Mrd. Euro im Gespräch.

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