Automobilwerte geben ab
Dax fällt auf tiefsten Stand seit Oktober 1999

Schwache US-Vorgaben und herbe Kursverluste bei den Aktien von Bayer und der Deutschen Telekom haben den Dax unter sein bisheriges 52-Wochen-Tief von 5 388 Punkten gedrückt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist am Donnerstag mit 5 334 Punkten auf den tiefsten Stand seit dem 28. Oktober 1999 gefallen.

Reuters/dpa-afx FRANKFURT. Sämtliche Automobiltitel des Dax haben am Donnerstag leichter notiert. So verlieren Daimler-Chrysler 2,16 % auf 51,27 ?, BMW 3,99 % auf 36,56 ? und Volkswagen um 1,15 % auf 51,85 ?.

Händlerstimmen zufolge hätten die "bislang sehr gut gelaufenen" konservativen Werte der Old Economy vorerst ihren Zenit erreicht. Vor allem die Erholung des Euro mache den Autobauern zukünftig stärkere Probleme beim Auslands-Absatz, insbesondere in den USA. "Mit steigendem Euro werden Deutsche Produkte im Ausland gleichzeitig teuerer und somit für dortige Konsumenten unattraktiv.

Die T-Aktie verlor als Reaktion auf die schlechten Zahlen der neuen US-Tochter Voicestream am Vormittag 4,29 % auf 18,30 ?. Damit näherte sich das Papier weiter dem Ausgabepreis von 14 ? an. Händler erklärten, die Nachricht, dass sich die Nettoverluste der neuen Tochterfirma Voicestream gegenüber der Vorjahresperiode auf 1,3 Mrd. $ verdoppelt hatten, hätten die Papiere nochmals belastet.

Wie bereits am Vortag gehörte die Bayer-Aktie , nach dem Debakel um die Rücknahme des Cholesterin-Produktes Lipobay/Baycol zu den größten Dax-Verlierern. Bayer-Aktien rutschten um um 5,24 % auf 33,13 ?. und lagen damit unter dem bisherigen 52-Wochen-Tief von 34,51 ?. Der bekannte US-Anwalt Ed Fagan und sein Kollege Bruce N. Nagel haben die erste globale Sammelklage im Zusammenhang mit Baycol/Lipobay in einem Bundesgericht in Newark (US-Bundesstaat) eingereicht.

"Derzeit bestimmt reine Psychologie den Markt. Die Leute haben lange auf eine Erholung gewarteter - dies ist nun wohl vorbei und der Markt sieht vielleicht einen richtigen Sell-Out," fasst der Börsianer die Stimmung zusammen.

Neben der Telekom verbuchten nach schwächeren US-Vorgaben auch die Technologiewerte Kursverluste. Infineon, Epcos, SAP und Siemens verloren zwischen drei und vier Prozent. Die New Yorker Aktienmärkte hatten am Mittwoch unter dem Einfluss negativer Unternehmensnachrichten schwächer geschlossen. Der technologielastige Nasdaq-Index war mit einem Minus von 2,32 % deutlich schwächer aus dem Handel gegangen.

Der Euro setzte am Donnerstagmorgen seinen Aufwärtstrend fort. Zuletzt wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 0,9171 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Mittwoch den Referenzkurs auf 0,9114 $ festgesetzt.

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