Automobilwerte im Mittelpunkt
Dax tendiert freundlich

Angeführt von deutlichen Kursgewinnen der Lufthansa und der Technologiewerte haben die deutschen Aktienmärkte am Dienstag in einem umsatzschwachen und lustlosen Handel freundlich tendiert.

Reuters FRANKFURT. "Es gibt keine klare Tendenz. Der Markt wartet auf Impulse. Ich weiß aber nicht, wo die herkommen sollen", sagte ein Aktienhändler. Im Mittelpunkt des Handels standen auch die Automobilwerte, nachdem sich die Absatzzahlen für Automobile in den USA im November wegen anhaltender Kaufanreize weiter erhöht hatten. Die Auto-Aktien reagierten darauf unterschiedlich. Die jüngsten gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern spielen am deutschen Aktienmarkt Händlern zufolge nur eine untergeordnete Rolle.

Der Dax stieg bis zum frühen Nachmittag um 0,49 Prozent auf 5 012 Punkte und damit wieder über die psychologisch wichtige Marke von 5 000 Punkten. Am Neuen Markt erhöhte sich der Auswahlindex Nemax-50 um 0,28 Prozent auf 1 210 Punkte. Der M-Dax für mittelgroße Werte tendierte gut behauptet bei 4 280 Zählern. In den USA deuteten die maßgeblichen Futures Händlern zufolge eine nur wenig veränderte Eröffnung der Märkte an. Der Dow-Jones-Future stieg um 36 Punte und der Nasdaq-Future für die Technologiebörse um fünf Ticks.

"So schrecklich sich das anhört, an den täglichen Terror in Israel haben wir uns gewöhnt", sagte ein Börsianer. "Auch wenn es gerade etwas schlimmer als normal ist, die Börse kann darauf nicht immer reagieren." Die israelische Armee hat am Dienstag nach Angaben von Augenzeugen Ziele im Westjordanland und im Gaza-Streifen angegriffen. Am Wochenende hatte es mehrere palästinensische Selbstmordanschläge in israelischen Städten gegeben.

Chrysler und Audi enttäuschen

Der Automobilabsatz in den USA hat sich im November dank anhaltender Kaufanreize weiter erholt. Neben den US-Herstellern General Motors und Ford verzeichneten auch die deutschen Produzenten Volkswagen, BMW und die Daimler-Marke Mercedes-Benz Verkaufssteigerungen. Die US-Tochter Chrysler, Porsche und die VW-Tochter Audi wiesen hingegen Rückgänge auf. Die Daimler -Aktie verlor zwei Prozent auf 46,07 Euro. Auch Porsche büßte zwei Prozent ein. BMW legte dagegen 1,53 Prozent auf 37,11 Euro zu. VW tendierten gut behauptet. Händler sagten, besonders Chrysler und die VW-Tochter Audi hätten enttäuscht.

"Wenn man sich die Zahlen von gestern anschaut, ist die Daimler-Bewertung übertrieben", sagte Steffen Burat, Fondsmanager bei der Helaba. "Daimler ist zu teuer. Ich würde versuchen, die Papiere los zu werden." Chrysler bestätigte außerdem, dass in den USA der Geländewagen Liberty/Cherokee bei Tests einer Autozeitschrift umgekippt sei. Allerdings sei dies bei einem Test passiert, der nicht genormt und für Geländewagen nicht geeignet sei, sagte ein Firmensprecher zu Reuters.

Lufthansa -Aktien verzeichneten ein Kursplus von 4,13 Prozent auf 14,86 Euro. Händler führten den Aufschlag auf eine Analystenempfehlung zurück. Merrill Lynch hatte die Lufthansa-Aktie zuvor mittelfristig auf "Buy" heraufgestuft und ein Kursziel von 25 Euro genannt.

Zuversicht bei Technologie-Werten

Gefragt waren auch die die Technologiewerte im Dax, die den Index der wichtigsten deutschen Börsenwerte stützten. SAP legten fast drei Prozent auf 143,69 Euro zu. Infineon stiegen um rund vier Prozent auf 23,26 Euro. Die Deutsche Telekom und Siemens verteuerten sich um mehr als ein Prozent. Händler sagten, nach dem erfreulichen Anstieg des NAPM-Frühindikators in den USA vom Vortag steige die Zuversicht für Technologiewerte wieder. Außerdem sei der Kursanstieg eine technische Reaktion auf die zuletzt deutlichen Verluste der Technologie-Titel.

Ein anderer Händler sagte mit Blick auf den Chip-Hersteller Infineon, die Kooperationsbestrebungen in der Branche könnten endlich die Überkapazitäten in dem Sektor abbauen. Außerdem rechnen Marktteilnehmer mit einer Prognoseerhöhung des Branchenprimus Intel noch in dieser Woche. "Es sieht so aus, als ob die Branche langsam wieder interessanter wird", sagte ein Händler.

Auf der Seite der Kursverlierer ragten die Titel von Bayer und BASF heraus, die jeweils rund drei Prozent nachgaben. Verschiedene Händler konnten sich den Abschlag nicht erklären.

Ohne Auswirkung auf den deutschen Aktienmarkt blieben die am Mittag veröffentlichten Konjunkturdaten wie die Arbeitslosenquote oder die Erzeugerpreise für die Europäische Union.

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