Automobilzulieferer ist im ersten Quartal wieder kräftig gewachsen
Dürr hegt ehrgeizige Ziele

D er Stuttgarter Anlagenbauer Dürr AG hat sich durch Zukäufe neue Wachstumsfelder erschlossen - ein Grund, warum das Unternehmen trotz einer sich eintrübenden Autokonjunktur erneut mit einem zweistelligen Plus bei Umsatz und Ertrag rechnet. Für das erste Quartal wurde das Ziel bereits erreicht.

bbe DÜSSELDORF. Der Vorstand der Dürr AG ist erstaunlich sicher, dass von der Automobilkonjunktur für den Hersteller von Lackieranlagen in diesem Jahr keine Dämpfer zu erwarten sind. Die Konjunktur wird nach den jüngsten Zahlen aus den USA vielmehr als "weltweit stabil" eingeschätzt. "Durch unsere strategische Neuausrichtung sind wir zudem gut aufgestellt, um auch bei schwierigeren konjunkturellen Bedingungen weiter zu wachsen", sagte Hans Dieter Pötsch, Vorstandschef der Dürr AG, bei der Bilanzpressekonferenz.

Pötsch kann sich bei seinem Ziel, Umsatz und Ertrag um zweistellige Prozentsätze zu steigern, sicher sein. Denn ein Teil des Zuwachses wird extern erzielt. Im vergangenen Jahr hat Dürr das Montage- und Fördertechnikunternehmen Carl Schenk AG gekauft und nur für neun Monate in der Bilanz verbucht. 472 Mill. Euro Umsatz brachte Schenk für das Jahr 2000. Weitere 150 Mill. Euro kommen 2001 durch die ganzjährige Einbeziehung hinzu.

Stärker als der Umsatz soll der Ertrag wachsen. Pötsch sieht vor allem Synergien und Kosteneinsparpotenziale im Einkauf und in der Firmenorganisation. Nach der großen Einkaufstour der vergangenen Jahre wird jetzt konsolidiert.

Umsatz durch Zukäufe verdoppelt

Durch Zukäufe hat Dürr den Umsatz seit 1998 verdoppelt und die Abhängigkeit vom Lackieranlagengeschäft verringert. Es bringt nur noch knapp die Hälfte des Umsatzes. Die neuen Sparten ermöglichen Dürr, schlüsselfertige Produktionssysteme und Fabriken für die Autoindustrie zu planen und zu liefern. Mit der Tochter DS Engineering bieten die Stuttgarter der Autoindustrie Ingenieurdienstleistungen an.

Im ersten Quartal 2001 steigerte Dürr den Umsatz um knapp ein Viertel auf 354 Mill. Euro. Der Auftragseingang legte mit 22 % auf 421 Mill. Euro etwas langsamer zu. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) wuchs um 64 % auf 27 Mill. Euro.

Zweistelliges Wachstumsziel ist "mutig"

Im Geschäftsjahr 2000 konnte das Unternehmen den Umsatz um 67 % auf 2,042 Mrd. Euro erhöhen. Das Ergebnis vor Steuern stieg um knapp ein Drittel auf 46,3 Mill. Euro. Die Dividende wird um 10 % auf 1,10 Euro angehoben.

Diese Zahlen waren von den Analysten erwartet worden. Analyst Dirk Lohmann von HSBC Trinkaus nennt das zweistellige Wachstumsziel von Dürr für dieses Jahr mutig. Er geht davon aus, dass auch Dürr die gedämpfte Konjunktur der Autoindustrie in diesem Jahr spüren wird. Ulrich Scholz, Analyst der DG-Bank, sieht bei Dürr zwei Risikofaktoren. Der eine ist die unsichere Autokonjunktur, der andere die Abhängigkeit von Großaufträgen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%