Autosparte wieder mit Verlust
Fiat kann die gesteckten Ziele nicht erreichen

Italiens größter Industriekonzern, die Turiner Fiat SpA, bekommt die Abkühlung der Konjunktur deutlich zu spüren. Im dritten Quartal hat sich der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 160 Mill. Euro halbiert.

mab MAILAND. Das operative Ergebnis (35 Mill. Euro) und der Umsatz (12,5 Mrd. Euro) sind zwar in etwa stabil geblieben, haben aber gegenüber dem zweiten Quartal stark nachgegeben. "Das veränderte Umfeld verwässert zumindest kurzfristig die Umsetzung unserer harten Arbeit in wirtschaftliche Erfolge", kommentiert der Konzern aus Turin die enttäuschenden Ergebnisse. Sie liegen am unteren Ende der Schätzungen. Analysten hatten ein operatives Ergebnis in der breiten Spanne zwischen 28 Mill. Euro und 125 Mill. Euro erwartet.

Die bislang vom Konzern angepeilten Ziele für das Gesamtjahr können nicht mehr erreicht werden. Geplant war eine Steigerung des operativen Ergebnisses von 854 Mill. Euro auf 1,1 Mrd. Euro. Wahrscheinlich werden jetzt nur noch gut 550 Mill. Euro erreicht. Der Einbruch des Verbrauchervertrauens und des Geschäftsklimas dürften im letzten Quartal den operativen Gewinn auf die Null-Linie drücken. Genauso unrealistisch ist heute die Prognose, die Verschuldung im Konzern auf 3,5 Mrd. Euro zu drücken. Sie dürfte am Ende des Jahres aber "deutlich unter" den jetzt ausgewiesenen 7,5 Mrd. Euro liegen. Außer der abgekühlten Weltkonjunktur schadet dem Konzern auch die starke amerikanische Währung. Alle Prognosen basierten auf einem unrealistischen Umtauschkurs von 0,98 Euro je Dollar.

Fiat betont in seinem Quartalsbericht, durch Sparmaßnamen und eine Verringerung der Produktionskapazitäten auf die schlechten Rahmenbedingungen reagieren zu wollen. Stark wird der Konzern von der Krise in den Emerging Markets betroffen. Für die Autosparte - mit 42 % des Umsatzes der wichtigste Konzernbereich - ist insbesondere die Absatzflaute in Brasilien, Argentinien, Türkei und Polen ein schwerer Schlag. Außerdem leidet Fiat Auto unter der schwachen heimischen Nachfrage (-2,3 %). In Europa musste die Marke im dritten Quartal einen Einbruch der Zulassungen von 11 % hinnehmen. Die Quittung ist ein operativer Verlust von 120 Mill. Euro. Seit Jahren gerät die Autosparte immer wieder in die roten Zahlen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%