Autotitel insgesamt unter Druck
Argentinien und Daimler belasten europäische Börsen

Die meisten der größeren europäischen Aktienmärkte haben am Montag nach anfänglichen Gewinnen ins Minus gedreht und schwächer geschlossen.

Reuters FRANKFURT. Die in Argentinien engagierten spanischen Unternehmen erlitten aufgrund von wieder aufkeimenden Sorgen bezüglich der Finanzkrise in Argentinien Kursverluste und drückten die Börse Madrid nach unten. Auch die Autotitel mit Daimler-Chrysler an der Spitze gaben nach. Zuvor hatte ein US-Bundesrichter eine Klage von Aktionären gegen Daimler zugelassen. Zudem belasteten Streikankündigungen der deutschen IG Metall den Kurs.

Der Sub-Index für den europäischen Autosektor verlor über zwei Prozent. Im Telekomsektor verhalf die Bestätigung von Fusionsverhandlungen zwischen der finnischen Sonera und der schwedischen Telia den beiden Titeln zu Kursgewinnen. Die Titel des Konsumgüterkonzerns Unilever gaben trotz der Bestätigung, die Ziele 2002 erreichen zu können, nach. In London verzeichneten die Medienwerte Carlton und Granada Verluste von 8,2 und 5,8 Prozent aufgrund eines Streits mit der Englischen Fußballliga um Zahlungen für die Übertragungsrechte.

Unilever-Zahlen wenig erbaulich

Die Londoner Aktienbörse büsste anfängliche Gewinne ein und schloss im Minus. Der FTSE-100-Index verlor 0,9 Prozent auf 5 203,6 Zähler. Schwächer tendierten die Medienwerte Granada und Carlton mit minus 5,8 Prozent und minus 8,2 Prozent. Einem Zeitungsbericht zufolge droht die Englische Fußballliga mit einer Klage gegen die beiden Medienunternehmen wegen eines Streits um Zahlungen für die Übertragungsrechte. Aber auch die meisten Bank, Erdöl- und Telekomtitel schlossen mit Verlusten. Die Aktien des Konsumgüterkonzerns Unilever verloren in London 0,8 Prozent. Die vorgelegten Zahlen zur Geschäftsentwicklung hätten den Markt nicht begeistern können, hieß es. Gesucht waren dagegen MAN Gruppe , die nach einem positiven Unternehmensausblick 3,1 Prozent kletterten. Ein weiteres Mal brach die Aktie des Telekomausrüsters Marconi deutlich, um über 34 Prozent, ein.

Die Pariser Börse gab ebenfalls nach. Der CAC-40-Index ermässigte sich 0,3 Prozent auf 4 580 Punkte. France Telecom verloren 0,7 Prozent. Gemäß verhandlungsnahen Kreisen bietet France Telecom für die Übernahme des restlichen 33-prozentigen Anteils an Mobilcom Orange-Aktien an. Die Gewinnerliste wurde vom Einzelhändler Pinault angeführt, dessen Aktie 2,8 Prozent anzog. Credit Lyonnais stiegen 1,3 Prozent. Händler verwiesen auf eine Aussage des Dexia-Chefs im Radio, wonach die französische Regierung ihren 10-Prozent-Anteil an Credit Lyonnais nach den Präsidentschaftswahlen im Mai verkaufen werde.

Die Schweizer Aktien zeigten sich knapp behauptet. Laut Händlern verlief das Geschäft verlief etwas schleppend bei moderaten Umsätzen. Der SMI schloss nach einem Anstieg bis auf ein neues Jahreshoch bei 6 672,7 Punkten schließlich um 0,09 Prozent tiefer mit 6 610,1 Zählern. Vor allem Roche und die Chemiewerte waren gesucht. Roche hätten von positiven Nachrichten über die Zulassung von Medikamenten profitiert. Bei den Chemiewerten führten Händler vor allem die Frühzyklizität ins Feld. So rückten Syngenta und Givaudan rund zwei Prozent und Ciba , Lonza und Clariant bis zu einem Prozent vor. Auch andere zyklische Titel und Technologiewerte legten im Verlauf zu. Richemont gewannen 1,7 Prozent und Kudelski legten 0,7 Prozent zu.

Argentinien-Krise belastet spanische Börse

Der Amsterdamer AEX-Index schwächte sich 0,3 Prozent auf 521,74 Punkte ab. Die Titel der Bank ABN Amro schlossen kaum verändert. Die Bekanntgabe der Einstellung ihres US-Aktiengeschäfts habe den Markt nicht begeistern können. Unilever gaben 0,8 Prozent nach. Der Konsumgüterkonzern habe mit seinen Angaben zum ersten Quartal und der Bekräftigung der Ziele 2002 nicht überzeugen können.

Die Madrider Börse büsste deutlich an Terrain ein. Der Ibex-35-Index fiel 2,1 Prozent auf 8 167,2 Punkte. Wiederaufkeimende Sorgen bezüglich der Wirtschaft in Argentinien nachdem der Peso zum Dollar Tiefstkurse erreicht hatte, habe die Titel der dort engagierten Unternehmen belastet. So verloren Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Banco Santander Central Hispano 2,8 und 2,4 Prozent. Repsol YPF gaben 3,2 Prozent und Telefonica 3,3 Prozent ab.

Der Mailänder Mib30-Index ermäßigte sich rund ein Prozent auf 32 722 Punkte. Hauptverlierer war der Energiekonzern Eni mit minus 1,5 Prozent. Händler verwiesen auf die sinkenden Ölpreise. Die Titel der Bank Intesa BCI verloren 2,4 Prozent. Finanzwert Fideuram büßte drei Prozent ein.

Telia und Sonera in Skandinavien im Mittelpunkt

Die skandinavischen Aktienmärkte schlossen insgesamt schwächer. Der DJ StoxxNordic-Index verlor 0,7 Prozent auf rund 366 Zähler. Im Mittelpunkt standen die schwedischen Telia und die finnischen Sonera, welche nach der Bestätigung von Fusionsgesprächen und deutlichen Anfangsgewinnen zum Schluss ein Prozent und 2,6 Prozent fester schlossen. Die Titel des dänischen Telekombetreibers TDC legten ein Prozent zu.

Der Wiener Aktienmarkt schloss gegen den Trend fester. Der ATX-Index stieg ein Prozent auf 1 271,23 Punkte. Zugpferde waren Erste Bank und OMV. "Viel ist heute - an den Umsätzen gemessen - nicht los. Was wir aber sehen, das ist erfreulich", kommentierte ein Börsianer. Erste Bank unterstützten mit plus 1,2 Prozent den Index. Das seien die Nachwirkungen der am Freitag veröffentlichten vorläufigen Zahlen für 2001, die im Markt positiv aufgenommen wurden, sagte ein Händler. OMV legten ein Prozent zu.

Der Bel-20-Index der Börse Brüssel kletterte ebenfalls gegen den Trend moderate 0,3 Prozent auf 2 762,83 Zähler. Dexia gaben nach Anfangsgewinnen 0,2 Prozent nach. Dexia-Chef Pierre Richard hatte in einem Interview das mögliche Zusammengehen mit einer nicht genannten französischen Bank genannt. Gesucht waren Agfa-Gevaert, die 2,3 Prozent anzogen.

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