Autozulieferer will Rendite bis 2005 klar verbessern
Bosch macht sich fit

Der scheidende Bosch-Chef Hermann Scholl überlässt seinem Nachfolger Franz Fehrenbach ein gut bestelltes Haus. Trotz schlechter Autokonjunktur und großen Zukäufen kann der zweitgrößte Zulieferer der Welt eine kerngesunde Bilanz vorlegen. Ein Fitnessprogramm soll es dem Nachfolger erlauben, auch die Rendite zu verbessern.

ajo BERLIN. Auch beim weltweit zweitgrößten Autozulieferer, der Stuttgarter Robert Bosch GmbH, ist die Unsicherheit angesichts der Zeitläufte groß. Bosch-Chef Hermann Scholl wollte daher bei seiner letzten Bilanzpressekonferenz kein Umsatzziel nennen. Er übergibt seinen Posten nach 10 Jahren zur Jahresmitte an den Kollegen Franz Fehrenbach. Scholl ist erst der fünfte Chef des 1886 gegründeten Unternehmens. Zu Jahresanfang hatte Bosch angesichts der lahmenden Autokonjunktur ein Plus von 2 % angepeilt. Bis März legte der Umsatz um 1 % zu.

Wegen der unklaren Aussichten hat sich der Konzern strenge Ausgabendisziplin auferlegt. Das machte Finanzchef Gerhard Kümmel deutlich. Er sagte, Sachkosten würden besonders überprüft. Ende März hatte die Geschäftsführung einen Brief an die Beschäftigten geschickt. Überschrift: "Verstärkte konjunkturelle Risiken: Ergebnisschonende Maßnahmen." Danach gibt es laut Informationen aus Arbeitnehmerkreisen eine grundsätzliche Einstellungspause und Beschränkungen bei befristeten Jobs.

Dennoch hat sich Bosch das Ziel gesetzt, bis 2005 die Umsatzrendite von zuletzt 4,1 % deutlich auf 7 % zu verbessern. Dazu wurde jetzt das Programm "Profit05" aufgelegt. "Wir gehen das Thema Ertragsorientierung massiv an", sagte Scholls Nachfolger Fehrenbach. Er hat die Federführung bei diesem Programm übernommen. Scholl wird allerdings bei Bosch auch weiter als persönlich haftender Gesellschafter der Industrietreuhand KG großen Einfluss haben. Sie verfügt über 93 % der Stimmrechte. "Bosch muss seine hohe Innovationskraft noch effizienter einsetzen", sagt auch Analyst Bernhard Jeggle von der Landesbank Baden-Württemberg.

Auch in Zukunft will Bosch im Schnitt den Umsatz um 8 bis 9 % steigern. Hoffnungen machen sich die Schwaben, unangefochtener Marktführer bei Dieseleinspritzsystemen, auf einen Erfolg des Diesels in den USA sowie auf dem chinesischen Markt.

Doch auch jenseits der Automobilbranche setzt Bosch auf Kontinuität und damit Wachstum. Der letzte große Coup unter Scholls Führung ist die angekündigte Übernahme des Heizungsspezialisten Buderus. Bosch hält durch die Übernahme des Bilfinger-Berger-Pakets bereits 47 %. Finanzchef Kümmel erwartet, dass das Übernahmeangebot auf große Zustimmung trifft. Ein Paket hält noch die Commerzbank, die öffentlich Interesse signalisiert hat.

Mit der Übernahme von Buderus verringert Bosch die Abhängigkeit von der Kfz-Ausrüstung weiter. Bereits 2001 hatte man den Automatisierungsspezialisten Mannesmann Rexroth übernommen, künftig bringt es die Zuliefersparte nur noch auf einen Umsatzanteil von 63 %. Die Diversifizierung senke nicht nur das Risiko, sagte Scholl. Diese Bereiche seien auch renditestärker als die Kfz-Ausrüstung, die unter immensem Preisdruck leidet

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Scholl zeigte sich mit dem Ergebnis 2002 nicht unzufrieden: "Unter den gegebenen Umständen betrachten wir es als Erfolg, dass wir unser Ergebnis auf Vorjahreshöhe halten konnten." Bosch weist wieder ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 1,4 Mrd. Euro aus. Die Umsatzsteigerung um 3 % auf 35 Mrd. Euro geht im wesentlichen auf die Einbeziehung neuer Gesellschaften zurück. Allerdings verzerren Währungseffekte die Rechnung deutlich. Auf Dollarbasis konnte Bosch den Umsatz um 5,8 % steigern. Die Schwaben liegen damit vor den größten Konkurrenten, den US-Zulieferern Delphi und Visteon sowie der japanischen Denso.

Quelle: Handelsblatt

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