AVA konzentriert sich auf Großflächengeschäft
Handelskonzern Edeka übernimmt AVA-Mehrheit

Edeka habe seinen Anteil auf jetzt etwa 54,3 von zuvor rund 49,9 Prozent aufgestockt, sagte Edeka-Finanzvorstand Gerhard Peter am Freitag in Hamburg. Angaben zum Kaufpreis oder zum Verkäufer der Anteile machte er nicht.

Reuters HAMBURG. Das Unternehmen steigt dadurch zu einem Lebensmittelhändler mit mehr als 200.000 Beschäftigten und rund 36 Milliarden Euro Jahresumsatz auf. Am Geschäft der AVA werde sich durch die Übernahme nichts ändern, sagte Peter. Die bisherige enge Zusammenarbeit beider Firmen habe sich für Edeka und AVA bewährt und solle auch so fortgesetzt werden. Die Kartellbehörden hätten der Übernahme bereits zugestimmt.

Edeka und AVA (Allgemeine Handelsgesellschaft der Verbraucher AG) zusammen haben nach AVA-Angaben in Deutschland einen Marktanteil im Lebensmittel-Einzelhandel von mehr als 23 Prozent und sehen sich damit als Marktführer. Die AVA beschäftigt nach Angaben der Edeka etwa 25.000 Mitarbeiter und setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 5,37 Milliarden Euro um. Edeka habe mit rund 180.000 Beschäftigten mehr als 30 Milliarden Euro erlöst, sagte der Edeka-Finanzchef.

Die AVA zählt sich zu den führenden Firmen des deutschen Einzelhandels und konzentriert sich auf das Großflächengeschäft. Dazu gehören Warenhäuser und Verbrauchermärkte wie "Marktkauf" und "dixi", Baumärkte sowie die Optik-Fachgeschäfte Krane. Edeka sei seit langem eng mit der AVA verbunden, erklärte Peter.

Über den Kaufpreis für die Anteile sei ebenso wie über den Verkäufer der Anteile Vertraulichkeit vereinbart worden, sagte Peter. Allerdings seien die Aktien nah am aktuellen Börsenkurs der AVA erworben worden. Nach Angaben der im Börsensegment MDax gelisteten AVA beträgt die Zahl der insgesamt ausgegeben Stückaktien der Gesellschaft rund 31,23 Millionen. Damit ergibt sich für die von Edeka nun übernommenen knapp 4,3 Prozent nach Reuters-Berechnungen eine Anzahl von knapp 1,343 Millionen zugekaufter Aktien. Multipliziert mit dem aktuellen Börsenkurs der AVA von 40 Euro würde dies einen Kaufpreis von rund 53,7 Millionen Euro bedeuten.

Den übrigen AVA-Aktionären werde Edeka kein Übernahmeangebot unterbreiten, sagte Peter. "Es gibt keine Veranlassung für ein Angebot und es ist auch keines geplant." Die Edeka war nach eigenen Angaben 1989 mit 24,9 Prozent bei der AVA eingestiegen und hatte diesen Anteil 1993 auf knapp 50 Prozent aufgestockt. Über die jetzt erfolgte Anteilsaufstockung sei kurzfristig entschieden worden, nachdem der Verkäufer an Edeka herangetreten sei. Die AVA werde ab 2002 in die Konzernrechnung der Edeka einbezogen.

Die AVA-Aktie legte bis zum Nachmittag in einem freundlichen Börsenumfeld 2,7 Prozent auf 41,50 Euro zu.

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