Aventis will sich auf keinen Termin festlegen
Bayer: Verspäteter CropScience-Kauf möglich

Der Bayer-Chemiekonzern schließt einen verspäteten Abschluss der Übernahme der Pflanzenschutzsparte CropScience von Aventis und Schering nicht aus.

rtr FRANKFURT. "Wenn das um ein paar Tage aufgeschoben würde, hätte das keine grundsätzliche Bedeutung", sagte Bayer-Sprecher Günter Forneck am Sonntag. Bayer habe allerdings keine Signale, dass der Kauf nicht wie geplant bis Ende kommender Woche abgeschlossen werde. Derzeit sei nicht zu sagen, ob es einige zusätzliche Tage oder Wochen dauern könnte, sagte Forneck.

Schering-Sprecher Friedrich von Heyl sagte, der von Bayer bis Ende September geplante Abschluss werde nicht mehr lange auf sich warten lassen. "Die Preisverhandlungen sind so gut wie abgeschlossen, es kann also bis zum Abschluss nicht mehr viel länger dauern. Es ist nicht wirklich eine Verzögerung."

In einem Interview erklärte Schering-Finanzvorstand Klaus Pohle, der Verkauf werde im September "sicherlich noch nicht" abgeschlossen sein. "Ob es in der ersten Oktober-Woche noch passieren kann, weiß ich nicht."



Aventis will sich auf keinen Termin festlegen

Aventis-Sprecher Carsten Tilger sagte ebenfalls, es gebe keine grundsätzlichen Zweifel an dem Verkauf. "Die Verhandlungen nehmen einen positiven Verkauf, und wir sind zuversichtlich, zu einer Vereinbarung zu kommen." Einen Termin für den Abschluss wolle Aventis nicht nennen. Auch in der Vergangenheit hatte das Unternehmen keinen Termin genannt.

Schering hält 24 % an CropScience, die französische-deutsche Pharmagruppe Aventis 76 %. Bayer hatte am Donnerstag erklärt, der Konzern werde keine Risiken übernehmen, die mit Schadenersatzprozessen im Zusammenhang mit dem genetisch modifizierten Mais zusammenhängen, den CropScience unter dem Name StarLink produziert. Spuren von StarLink waren angeblich unter anderen in Chips gefunden worden, obwohl der Mais nicht für menschlischen Konsum gedacht ist.

Im Juli hatten Branchenkreise die Summe, die Bayer für CropScience bezahlen wolle, auf rund 7,25 Mrd. ? beziffert, Schulden eingeschlossen. Der September-Termin wurde für den Abschluss des Geschäfts wiederholt von Bayer genannt.

CropScience würde Bayers Pflanzenschutzaktivitäten mehr als verdoppeln. Bayer ist der zweitgrößte Chemiekonzern Europas. Nach Pohles Angaben in dem Interview stünden Schering nach dem CropScience-Verkauf 1,5 bis zwei Mrd. ? für Akquisitionen zur Verfügung.

Der Finanzchef bekräftigte trotz der Anschläge in den USA die Prognose von Ende Juli für das Gesamtjahr, die eine 20-prozentige Gewinnsteigerung auf mehr als 400 Mill. ? vorsieht. "Natürlich fühle ich mich mit den Vorhersagen heute etwas unsicherer. Aber wir haben keine Anzeichen für einen Einbruch", sagte Pohle.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%