Axa-Aktie gegen den Trend im Aufwind
Europa-Börsen erneut markant schwächer

Europas Börsen haben am Donnerstag nach einem positiven Auftakt ins Minus gedreht und erneut markant tiefer geschlossen. Der DJ Stoxx50-Index fiel 1,25 Prozent auf 3085,16 Punkte. Die schwachen US-Einzelhandelsdaten für Mai liessen wieder Sorgen über den fragilen Zustand der US-Wirtschaft aufkommen.



Reuters LONDON. Auch die tiefer einsetzenden US-Aktienmärkte belasteten die Indizes. Bei Verlusten auf breiter Front zeigten sich einzig einige defensive Werte im Konsumgüterbereich behauptet oder knapp im Plus. Zu den grössten Kursverlierern gehörten Finanz-, Medien- und Autoaktien. Der Autosektor wurde zudem von sinkenden Zulassungszahlen im Mai belastet. DaimlerChrysler büssten 2,3 Prozent ein und Volkswagen sanken 2,5 Prozent.

Auch die Telekomtitel gaben markant nach. Im Technologiebereich drückten Alcatel, die 2,8 Prozent absackten, den DJ StoxxTech-Index auf den tiefsten Stand seit September 2001.

Die Finanzwerte kamen durch Zinssorgen unter Druck, wobei vor allem die Titel britischer Banken deutliche Verluste zeigten. Bei den schwachen Versicherern stiegen Axa gegen den Trend ein Prozent. Der Konzern hatte mit weniger schlecht als erwarteten Ergebniszahlen überrascht.

LONDON - Die Börse London gab bei Verlusten im Banksektor deutlich nach und markierte ein neues Acht-Monate-Tief. Der FTSE-100-Index büsste 1,64 Prozent auf 4771,9 Zähler ein. Händler verwiesen auf Sorgen über eine mögliche Zinserhöhung und den fragilen Zustand der US-Wirtschaft. Laut dem Gouverneur der Bank von England, Edward George, würde der Notenbank bei einem weiteren Anstieg der Inlandsnachfrage keine andere Wahl bleiben, als die Zinsen zu erhöhen. Die Stimmung am Markt sei momentan einfach schlecht, sagte ein Händler.

Im Banksektor verloren National Abbey 4,2 Prozent, Lloyds TSB büssten 2,5 Prozent ein und Royal Bank of Scotland gaben 2,8 Prozent nach. Die Anleger wandten sich defensiven Werten wie etwa Aktien von Tabakkonzernen zu. So gewannen British American Tobacco 1,3 Prozent und Gallaher Group 0,7 Prozent. Auch die Titel des Personaldienstleisters Hays sowie von British Airways gehörten zu den Kursgewinnern.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien setzten nach einer kurzen technischen Erholung im frühen Geschäft den Kurszerfall fort. Der SMI-Index schloss 1,48 Prozent tiefer mit 6050,8 Punkten. Händler sagten, die Stimmung sei allmählich unter dem Nullpunkt. Die Abgaben nähmen stetig zu. Noch herrsche keine Panik, aber viel brauche es nicht mehr. Von den Standardwerten tendierte einzig SGS etwas höher und Baloise gehalten. Auch die defensiven Nestle waren unter Druck, obwohl CEO Peter Brabeck gesagt hatte, Nestle halte an den Zielen fest.

PARIS - Die Pariser Börse verzeichnete unter Führung der Techwerte Cap Gemini und Thomson Multimedia grössere Verluste. Der CAC-40-Index fiel 1,18 Prozent auf 3957,33 Punkte, den tiefsten Stand seit neun Monaten. Cap Gemini verloren 4,9 Prozent und Thomson Multimedia sackten 5,3 Prozent ab. Indexschwergewicht Alcatel gab 2,8 Prozent nach. Belastend war auch das Minus von 3,7 Prozent bei TF1. Das Unternehmen hatte bestätigt, möglicherweise Teile der zusammengebrochenen deutschen Kirch-Gruppe kaufen zu wollen.

Schwächer waren auch die Titel der Autohersteller Renault und Peugot. Zu den wenigen Kursgewinnern gehörten Pharmawert Aventis mit plus 1,9 Prozent und die Aktien des Versicherers Axa, die 0,9 Prozent stiegen.

FRANKFURT - Schwächer als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus den USA haben die deutschen Aktienmärkte nach einer zunächst freundlichen Tendenz in die Verlustzone gedrückt. Der Dax-Index fiel bis kurz vor Handelsschluss um 0,57 Prozent auf 4484,47 Zähler. Einige Technologiewerte und die Aktien der Deutschen Telekom drehten im Verlauf ins Minus. Die MLP-Papiere setzten ihre rasante Talfahrt der vergangenen Wochen fort und rutschten zeitweise um mehr als 13 Prozent auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren. Bereits am Mittwoch waren die Titel des Finanzdienstleisters nach einem Vorabbericht eines Anlegermagazins über angebliche Bilanzungereimtheiten zeitweise um rund 20 Prozent eingebrochen. MLP wies die Vorwürfe entschieden zurück.

BENELUX - Die Benelux-Börsen präsentierten sich ebenfalls schwach. Der Amsterdamer AEX-Index verlor 1,12 Prozent auf 441,98 Punkte und der Brüsseler Bel20-Index gab 2,77 Prozent auf 2521,12 Zähler nach. Die Märkte litten ebenfalls unter den negativen US-Konjunkturdaten. Hauptverlierer in Amsterdam waren Philips, die 2,4 Prozent verloren. Die Titel der im Dollar exponierten Finanzinstitute ING und Aegon rutschten 1,8 beziehungsweise 2,3 Prozent ab.

MAILAND - Der Mailänder Mib30-Index fiel 2,1 Prozent auf 28.134 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit acht Monaten. Grösste Kursverlierer waren Mediolanum, die nach der Zurückstufung durch Morgan Stanley 6,9 Prozent einbüssten. Auch Bipop-Carire und Banca Fideuram fielen mit deutlichen Abgaben auf. Unicredito gingen 3,7 Prozent schwächer aus dem Handel.

MADRID - Der Ibex-35-Index der Börse Madrid sank 1,23 Prozent auf 7296,5 Zähler. Sorgen bezüglich der wirtschaftlichen Zukunft Brasiliens hätten die Titel der dort engagierten Telefonica belastet, die 3,9 Prozent verloren. Im Zentrum waren auch die Aktien von Operator Jazztel dessen Titel nach Vorlage eines Schuldenabbauplans rund 20 Prozent einbrachen.

SKANDINAVIEN - Die skandinavischen Börsen haben frühe Gewinne wieder abgegeben und gehalten geschlossen. Der DJ StoxxNordic-Index schloss unverändert gegenüber dem Vortag mit 273,33 Punkten, nachdem er im Tagesverlauf bis auf 279,87 Zähler gestiegen war. Als Stütze erwiesen sich die Aktien der Fluggesellschaft SAS mit einem Plus von vier Prozent. Der angekündigte Wechsel im Management wurde positiv aufgenommen, hiess es im Markt. Die Aktien des Telekomanbieters Tele2 legten vorerst nach guten Ergebniszahlen zu, drehten dann aber auch in Minus und schlossen schwächer. Nokia waren nach den jüngsten starken Verlusten knapp gehalten und die zuletzt noch stärker unter die Räder gekommenen Titel von Rivale Ericsson legten sogar drei Prozent zu.

WIEN - Auch die Wiener Börse konnte sich dem Negativtrend nicht entziehen. Der ATX-Index gab vergleichsweise moderate 0,19 Prozent auf 1263,44 Punkte nach. Die beiden Schwergewichte Erste Bank und OMV drehten nach schwachem Verlauf in den letzten Handelsminuten noch ins Plus, währen Telekom Austria etwas leichter schlossen.

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