B + M Surface profiliert sich mit Anwendungen für Lackieranlagen
Am heimischen Schreibtisch entstand ein Weltunternehmen

Es ist nicht immer die kleine Garage, die innovativen Firmengründern wie 1939 William Hewlett und David Packard als Wiege ihrer Erfindungen dient. Aber immer ist es die Fähigkeit zur Improvisation, die innovative Mittelständler auszeichnet. Bei Walter Mendelin und Thomas Bahr war es 1992 das heimische Arbeitszimmer, in dem sie ihre Ideen für die Verbesserung von Lackierrobotern entwickelten.

HB DÜSSELDORF. Es ist nicht immer die kleine Garage, die innovativen Firmengründern wie 1939 William Hewlett und David Packard als Wiege ihrer Erfindungen dient. Aber immer ist es die Fähigkeit zu Improvisieren, die innovative Mittelständler als Fundament ihres Geschäfts nutzen. Bei Walter Mendelin und Thomas Bahr ist es 1992 das heimische Arbeitszimmer, in dem sie ihre Ideen entwickeln, die Anwendungen für Lackierroboter zu verbessern.

Weitere Zutaten für die Gründung der B+M Surface Systems GmbH im hessischen Eiterfeld sind eine Werkzeugkiste, ein Auto und das Spezialwissen, das insbesondere Mendelin als Inbetriebnahmetechniker und Projektleiter von Lackieranlagen in diversen Unternehmen erworben hatte. Später kommen ein ausgedienter Tante-Emma-Laden als Büro und eine uralte LKW-Garage als Lager und Montagehalle hinzu. Diplom-Ingenieur Sabine Mewis, stößt 1993 zu dem Duo Bahr/Mendelin und kümmerte sich um das Kaufmännische, die Projektrealisierung und die Kommunikation, die der eher Medienscheue Mendelin gerne ihr überlässt. Die zündende Geschäftsidee haben die B+M-Gründer, weil sie immer wieder feststellen müssen, dass die Lackiertechnik für die Automobil- und Zulieferindustrie Defizite aufweist. Denn Anfang der 90er-Jahre gibt es zwar hoch entwickelte elektrische Roboter, aber die dazu gehörige Lackiertechnik ist für den Automatikbetrieb wenig geeignet. "Was konkret fehlte, war eine Lackiertechnik, die für den Automatikbetrieb über die erforderliche Genauigkeit und eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit verfügte," berichtet Geschäftsführerin Mewis, die von ABB zu B+ M gewechselt ist. Diese Lücke wollen die Pioniere schließen.

Zu Mendelins Vision gehören ganze Systemlösungen mit selbst entwickelten Produkten - und hier findet er seine Nische. "Es ging darum, alles, von der Farbversorgung über die Dosiertechnik, die Robotertechnik bis zum Zerstäuber und zur Steuerungstechnik aus einer Hand zu entwickeln", berichtet Mewis. Der Vorteil: Die Kunden haben nur noch einen statt zehn Ansprechpartnern.Schon zu Beginn setzt B +M auf wasserverdünnbare Lacke, die als umweltfreundlicher gelten.

Kreative Talente wie Mendelin kommen in einem mittelständischen Betrieb eher zur Entfaltung, weiß Mewis aus ihrer Erfahrung in großen wie in kleinen Betrieben. "Deshalb kann der Mittelständler schneller als der Großbetrieb Innovationen umsetzen." In der Automobilzulieferindustrie seien überwiegend Mittelständler unterwegs, die sehr beweglich seien und immer wieder in neue Nischen schlüpften, bestätigt auch Thomas Schräder,Geschäftsführer des Fachverbandes Allgemeine Lufttechnik im VDMA in Frankfurt.

Der Weg von den ersten Anfängen als OHG Anfang der 90er-Jahre bis zur heutigen B+M Surface Systems GmbH mit 130 Mitarbeitern, vier Geschäftsführern, einem Planumsatz von 30 Mill. Euro 2004, einem Auslandsanteil von 54 Prozent und einer neuen Abteilung Anlagenbau ist wechselhaft - und immer wieder verbunden mit der Akquise von Kapital.

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