B2B-Marktplätze
Können Konkurrenten Freunde werden?

Es kann darauf nur eine Antwort geben: Sie müssen. Der Typus global tätiger Anbieter hat nicht nur die Macht über Geschäftprozesse und Produkte, sondern auch über Geschäftskonzepte.

Sie heißen Transora, Convisint, Elemica, Ehitex und Exchange. Die Namen kennen nur die Experten. Hinter diesen schwer aussprechbaren Firmen stecken die größten Firmen der Welt. Hinter Transora etwa stehen 53 bekannte Markenartikel wie Coca Cola und Unilever. Es sind B2B-Marktplätze. Mit dem weiteren Aufkommen dieser Marktplätze werden laut der Unternehmensberatung Pricewaterhouse traditionelle Kundenbeziehungen und Warenströme bald verschwinden. Der Vorteil für Unternehmen und Kunden soll in hohen Kosteneinsparungen liegen. Die Marktplätze sollen Informationen weltweit zugänglich machen und damit einen Beitrag zur Demokratisierung leisten - hier sind sich die Berater einig.

Aber bis dahin gilt es noch einige Hindernisse zu überwinden. Traditionelle Wettbewerber sollen sich plötzlich zusammenraufen und Produktspezifikationen und Preiskalkulation offen legen. Und es geht mit der Besetzung des CEO weiter. Soll der von den Mitgliedsfirmen kommen oder lieber von außerhalb?

Trotz der vielen Stolpersteine - richtig ist: Die B2B-Marktplätze werden die Wirtschaft verändern, aber stärker und anders als bisher beschrieben.

So verändern sich durch die Marktplätze auch die Produkte: Es gibt keine Produkte mehr, sondern nur noch Dienstleistungen. Beispiel Automobilindustrie. In Großbritannien kann der Kunde von Daimler-Chrysler sein geleastes Auto jederzeit gegen ein anderes geleastes Auto (innerhalb einer bestimmten Preiskategorie) umtauschen. Das Auto an sich ist nicht mehr so wichtig, sondern die Dienstleistung Tausch. Der Verkäufer weiß, wann die Verträge auslaufen und er den Kunden wieder auf eine Verlängerung ansprechen kann. Er kümmert sich auch um Service oder bietet weitere Dienstleistungen im Bereich Transport an.

Auch führen die Marktplätze nicht zu einer Demokratisierung. Im Gegenteil: Die wirtschaftliche Macht wird in den Händen Weniger liegen, als dies in der klassischen Marktwirtschaft möglich war. Es wird dann Branchenführer geben, die regelrechte Ideenmonopole besitzen. Man stelle sich allein ein Netzwerk im Bereich Life-Science vor: Da würden Forscher, Unternehmer, Gesundheitsfachleute und Landwirte ihre Erfahrungen austauschen. Welche Synergien würden dort geschaffen und welch eine Überlegenheit gegenüber denjenigen, die nicht zum Netzwerk gehören.

Für die Unternehmen kann das daher nur bedeuten: sich rechtzeitig einem Markplatz anschließen - sonst sind sie draußen.

Haben Sie Anregungen oder eine Meinung zu diesem Thema? Schreiben Sie an: m.volberg@vhb.de

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