BA-Reform
Personalräte machen mobil

Mag sein, dass in diesen Tagen ein wirklicher Ruck durch die Republik gegangen ist. Wer die Bilder sieht, auf denen Abertausende von freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern den Opfern des Hochwassers mit zupackender Hand und mit Spenden in Millionenhöhe hilfreich zur Seite stehen, wird den Eindruck nicht los, dass nun auch menschlich zusammenwächst, was so schon lange zusammengehört.

Doch gemach: Auch wenn zurzeit im Osten die Bürgergesellschaft ihre Ärmel hochkrempelt - das alles ist nur von beschränkter Dauer. Denn wenn die Wasserstände an Elbe und Mulde erst einmal wieder auf Normalmaß zurückfallen, wird sich auch die gute alte Stillstandsrepublik wieder zu Worte melden.

Angefangen damit haben bereits 200 Personalräte aus Arbeitsämtern im gesamten Bundesgebiet. Sie berieten am Wochenende über den von Florian Gerster vorgelegten Plan zum Umbau der Bundesanstalt für Arbeit. Ihre unmissverständliche Botschaft: Vor jede Veränderung im öffentlichen Dienst hat der Gesetzgeber erst einmal das Personalvertretungsrecht gestellt. Und das kann keiner, schon gar kein Florian Gerster, so leicht aushebeln. Die Zahl der 90 000 Arbeitsamtsmitarbeiter halbieren - nichts da, meint Hauptpersonalratschef Eberhard Einsiedler. Aus Beamten Angestellte machen - Pustekuchen, sekundiert Ehrhard Geyer, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes.

Mehr Flexibilität, mehr Leistung in der Mammutbehörde - ohne uns, lautet ihr Credo. Gerade jetzt brauche die Nürnberger Behörde nicht weniger, sondern sogar noch mehr Mitarbeiter, um alle Neuerungen der Hartz-Kommission auch richtig umzusetzen. Und im Übrigen, so der Chef des Hauptpersonalrats trotzig, sei die Zusammenarbeit mit Gerster "äußerst verbesserungswürdig".

Erinnern wir uns deshalb in diesen außergewöhnlichen Tagen: So sieht der wahre bundesdeutsche Stillstands-Alltag aus - nach der Flut.

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