Babcock-Aktien im Plus
Außerordentliche Aufsichtsratssitzung bei Babcock

Gut eine Woche vor der Hauptversammlung der Babcock Borsig AG ist am Montag der Aufsichtsrat zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen gekommen. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher in Oberhausen, ohne den Grund für das Zusammentreffen nennen zu wollen.

Reuters DÜSSELDORF. In Branchenkreisen gilt es als wahrscheinlich, dass die Aufsichtsräte über die strategischen Absichten des neuen Großaktionärs Guy Wyser-Pratte diskutieren werden. Der US-Investor hatte sich im Januar mit gut fünf Prozent an Babcock beteiligt und drängt den Oberhausener Konzern seither, sich ganz auf das lukrative Schiffbau-Geschäft seiner Howaldswerke Deutsche AG-Werft (HDW) zu konzentrieren und dementsprechend aus dem Energietechnik-Geschäft auszusteigen.

Jüngste Spekulationen, wonach es Wyser-Pratte direkt auf die Kieler Werft abgesehen habe, wurden vom Babcock-Sprecher zurückgewiesen: "Das entspricht nicht den Tatsachen." Wyser-Pratte hatte im Januar erklärt, er wolle auf die Konzentration der Babcock auf den Marineschiffbau hinwirken, um so den Wert des Mutterkonzerns zu steigern.

Babcocks Börsenkapitalisierung liegt bei rund 330 Millionen Euro und damit deutlich niedriger als der von Finanzexperten angesetzte Wert der HDW-Beteiligung von 800 Millionen Euro. Babcock hält an HDW 50 Prozent plus eine Aktie und will erklärtermaßen im Laufe dieses Jahres alle restlichen Anteile hinzukaufen. In Branchenkreisen wird bezweifelt, dass es dem Unternehmen mangels nötigen Finanzierungsspielraums gelingen wird, aus eigener Kraft hundertprozentiger Eigner der Werft zu werden. Etwa 30 Prozent an HDW hält noch deren frühere Muttergesellschaft Preussag AG, die inzwischen von einem Industrie- in ein Touristikunternehmen gewandelt wurde. Preussag ist auch an Babcock beteiligt.

In der vorige Woche hatte Preussag mitgeteilt, seinen Babcock-Anteil um rund elf Prozent auf 8,92 Prozent verringert zu haben. Verkauft worden sei an einen deutschen Finanzinvestor und nicht, wie von verschiedener Seite spekuliert, an Wyser-Pratte. Grundlage dieser Spekulation sind Äußerungen des US-Investors vom Januar, er könne sich eine höhere Beteiligung an Babcock vorstellen, um so seine strategischen Vorstellungen besser umsetzen zu können.

Im Vormittagshandel wurden Babcock-Aktien deutlich besser als der Markt gehandelt. Zur Mittagszeit lag das Papier bei 9,00 Euro und damit knapp drei Prozent höher.

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