Babcock an Energietechnik-Zukäufen in den USA interessiert
Babcock plant die Verschmelzung mit der BDAG

Die Babcock Borsig AG, Düsseldorf, kann ihre Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Energietechnik nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Klaus G. Lederer nur durch die geplante Verschmelzung mit ihrer Ratinger Tochter BDAG Balcke-Dürr AG verbessern.

vwd DüSSELDORF. Die Verschmelzung sei von elementarer wirtschaftlicher Bedeutung für den mittel- und langfristigen Bestand der Energietechnik als wichtigster Konzernsäule, sagte Lederer am Montag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf. In der bisherigen Struktur des Geschäftsfeldes gebe es zahlreiche Überschneidungen zwischen den verschiedenen Gesellschaften, die zu Effizienzverlusten führten. Die Hauptkonkurrenten in der Energietechnik hätten durch ihre Aufstellung Wettbewerbsvorteile.

Wie Lederer weiter ausführte, erhöht die Verschmelzung von Babcock und BDAG die Flexibilität in der Energietechnik. Zudem sei eine stärkere Koordinierung der Aktivitäten im Einkauf und bei der Vermarktung der Anlagen und Dienstleistungen möglich. Durch die verbesserte Eigenkapitalstruktur werde es dem neuen Babcock-Konzern zudem künftig leichter fallen, am Markt neues Kapital aufzunehmen.

Mittelfristig könnten zudem die Verlustvorträge seines Unternehmens effektiver genutzt werden. Nach Angaben Lederers können durch den Wegfall einer börsennotierten Gesellschaft nach der Verschmelzung Kosten von etwa drei Mill. Euro jährlich gespart werden. Dies entspreche einem Barwert von rund 20 Mill. Euro, sagte er.

Die Aktionäre von Babcock Borsig sollen auf der ordentlichen Hauptversammlung am Dienstag die geplante Verschmelzung billigen. Bisher ist Babcock mit gut 67 % an der BDAG beteiligt. Am Freitag hatten die Balcke-Dürr-Aktionäre dem Vorhaben bereits mit großer Mehrheit zugestimmt.

Babcock an Energietechnik-Zukäufen in den USA interessiert

Das Unternehmen sieht im Bereich Kraftwerkstechnik weitere Wachstumsmöglichkeiten in den USA. Der Markt der Vereinigten Staaten werde für seinen Konzern immer bedeutender, sagte Lederer auf der Hauptversammlung. Man sei seit längerem an Zukäufen interessiert. Dies betreffe vor allem den Kraftwerksbauer Babcock & Wilcox, der in den USA auch einen guten Zugang zum profitablen Servicegeschäft habe. Lederer betonte, durch die derzeitige Energiekrise in den USA ergebe sich weiteres Potenzial gerade in den Feldern, in denen Babcock besonders gut aufgestellt sei.

Babcock will Handelsvolumen ihrer Aktie erhöhen

Weiterhin strebt Babcock eine deutliche Steigerung des Handelsvolumens mit ihren Aktien an. Im März sei der Kurs durch Verkaufsorder weniger institutioneller Anleger in kurzer Zeit eingebrochen, ohne dass dies durch fundamentale Daten aus dem Unternehmen zu begründen gewesen sei, sagte Lederer am Dienstag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf. Dies müsse künftig vermieden werden.

Hier der Kurseinbruch

Die anstehende Verschmelzung von Babcock und der Ratinger BDAG Balcke-Dürr AG werde aber den Free-Float und damit die Attraktivität der Aktie erhöhen. Sollte die Verschmelzung gelingen, wird die neue Babcock Borsig AG einen freien Streubesitz von rund 40 % haben. 23 % der Anteile werden institutionelle Anleger halten. Großaktionäre werden weiterhin die Preussag AG mit 28,5 und die West LB mit 8,5 % sein.

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