Babcock-Kurs bricht ein
Dax schließt schwächer

Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat zum Wochenende nach einem stark schwankenden Verlauf etwas schwächer geschlossen. Aktienhändler sagten, viele Käufe und Verkäufe seien strategisch vom Verfallstermin an der Terminbörse Eurex beeinflusst und nur kurzfristiger Natur gewesen.

Reuters FRANKFURT/MAIN. Am Freitag verfielen Index-Optionen und Futures sowie Optionen auf einzelne Aktien-Werte. Der so genannte Hexensabbat führte wie üblich zu extrem hohen Umsätzen und Kursschwankungen. Allein das Papier der Deutschen Telekom wurde mehr als 74 Millionen Mal gehandelt, ein Vielfaches der üblichen Umsätze. Investoren versuchen an Verfallstagen, ihre Derivate in eine für sie günstige Richtung zu treiben. Mit fundamentalen Unternehmensdaten habe das nichts zu tun, sagte ein Händler.

Im Mittelpunkt des Handels standen die schwächeren Auto-Aktien sowie die einbrechenden Papiere von Babcock Borsig und Thiel Logistik. Der Dax schloss um 0,31 Prozent leichter bei 4232 Zählern. Seit Montag hat der Dax damit rund zwei Prozent verloren. Am Neuen Markt gab der Auswahlindex Nemax50 2,89 Prozent auf 616 Punkte nach. Der Nebenwerte-Index MDax lag zuletzt 1,33 Prozent im Minus bei 3913 Stellen. An der Wall Street rutschte der Dow Jones-Index bis zum Handelsschluss in Frankfurt um 1,26 Prozent und der technologielastige Nasdaq-Index 0,74 Prozent.

Autowerte belastet

Unter Druck standen die Auto-Aktien von BMW und Volkswagen. Die Papiere von BMW büßten 4,43 Prozent ein. VW-Anteile verloren 3,35 Prozent. VW-Vertriebsvorstand Robert Büchelhofer hatte zuvor in Wien gesagt, es sei derzeit schwer einschätzbar, ob VW die alte Marke von fünf Millionen verkauften Fahrzeugen auch 2002 wieder erreichen werde. Neben der Herabstufung der Autobranche auf "In-Line" von "Attractive" durch die Investmentbank Morgan Stanley belaste auch die aktuelle Schwäche des Dollar gegenüber dem Euro den Automobilsektor, fügten Händler hinzu.

Durch den starken Euro verteuern sich die Exporte in den wichtigen Auslandsmarkt USA. Der Euro hatte zuletzt deutlich gegenüber dem Dollar gewonnen und am Freitag erstmals seit 26 Monaten die Marke von 0,97 Dollar überschritten. Deutlich im Plus schlossen dagegen die Titel des Chip-Herstellers Infineon, die sich um mehr als drei Prozent erhöhten. Händler konnten für den Aufschlag keine tagesaktuellen Gründe ausmachen und verwiesen auf die weitgehend zufallsbedingt zu Stande kommenden Kurse an Verfallstagen.

Babcock in finanziellen Nöten

Im MDax brachen die Aktien von Babcock 44,74 Prozent auf 1,84 Euro ein. Das Unternehmen hatte zuvor finanzielle Schwierigkeiten eingeräumt. Es gebe Gespräche mit Banken und Anteilseignern über eine Restrukturierung des Unternehmens, teilte Babcock mit. Kurzfristig bestehe ein Liquiditätsbedarf von 200 Millionen Euro zur Fortführung des Geschäftsbetriebs. Nach Angaben des Babcock-Betriebsrats sieht das Sanierungskonzept den Abbau von 1000 Arbeitsplätzen vor.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%