Baden-Württemberg
Eid wird Grünen-Spitzenkandidatin im Südwesten

Mit ausgewiesenen Realpolitikern auf den ersten sechs Plätzen der Landesliste ziehen die Grünen Baden-Württembergs in die Bundestagswahl.

dpa FREIBURG. Hinter der Berliner Staatssekretärin Uschi Eid als Spitzenkandidatin wurden am Samstag beim Landesparteitag in Freiburg der Bundesvorsitzende Fritz Kuhn, Bundestagsfraktionschef Rezzo Schlauch und der Innenpolitiker Cem Özdemir auf die Männerplätze gewählt.

Der Tübinger Abgeordnete Winfried Hermann als Gegner des Kriegseinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan kam auf den vorderen Rängen nicht zum Zug. Bei den Südwest-Grünen gelten nur die ersten sieben Plätze als aussichtsreich, die ungeraden Positionen sind für Frauen reserviert.

Kuhn konnte sich im Kampf um Platz zwei gegen den Finanzpolitiker Oswald Metzger und den parteilosen Friedensaktivisten Henning Zierock behaupten. Schlauch setzte sich auf dem vierten Platz gegen den Hermann durch. Auf Platz sechs, dem letzten für Männer aussichtsreichen Rang, wurde Özdemir gewählt; dabei unterlagen ihm Metzger und Hermann.

Eid hatte keine Gegenkandidatin. Sie erhielt 171 Ja- und 13 Nein- Stimmen bei 8 Enthaltungen. Die Abgeordnete aus Nürtingen sprach sich vehement gegen eine Regierungsbeteiligung der PDS aus.

Vor der Wahl hatten sich Kuhn und Metzger ein heftiges Wortgefecht geliefert. Kuhn rief seine Parteifreunde zur Geschlossenheit auf. "Auch die Kollegen mit einer großen Mikrofonanfälligkeit sollten an der Sache orientiert sein", so Kuhn. Zugleich forderte er die Aufhebung der in der Grünen-Satzung festgeschriebenen Trennung von Amt und Mandat.

Metzger sprach sich für ein stärkeres grünes Profil innerhalb der Regierungskoalition aus. Grüne Interessen müssten stärker nach außen und im Zweifel auch gegen die SPD vertreten werden. "Ich stehe für eine Profilierung, die für die Partei auf der Haben-Seite steht", sagte Metzger. Er wolle die Partei voranbringen und sich nicht auf deren Kosten profilieren. Gefragt sei "konstruktives Rebellentum".

Auf Platz drei wählten die Delegierten im ersten Wahlgang mit klarer Mehrheit die frühere stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Stuttgarter Landtag, Birgitt Bender. Die Freiburger Gemeinderätin Kerstin Andreae kam auf den fünften Listenplatz.

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