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Bärenmarkt in Frankfurt: Aktien-Absturz der Lufthansa und Telekom-Jahrestief

Nach dem Fall des Deutschen Aktienindex (Dax) unter die Unterstützungslinie bei 6800 Punkten am Vortag haben die deutschen Standardwerte am Donnerstag ihre Talfahrt fortgesetzt.

Reuters FRANKFURT. Der Dax schloss um 1,2 % im Minus bei 6682 Punkten. Von den 30 Dax Werten notierten zehn im Plus, 18 im Minus und zwei unverändert. Das Abrutschen unter die 6800er-Marke am Vortag hatte Händlern zufolge Panik am Markt ausgelöst. Daraufhin habe eine Verkaufswelle eingesetzt, hieß es. "Wir haben ein technisches Problem", sagte ein Händler. "Alle Versuche, die 6800er Barriere wieder zu überschreiten, sind abgeprellt - daraufhin hat sich die Abwärtsbewegung noch beschleunigt", sagte er weiter.

Um Verluste gering zu halten, hätten viele Investoren verkauft. "Wir haben einen Bärenmarkt", sagte ein Börsianer. Der deutsche Aktienmarkt scheine sich derzeit von den US-Vorgaben abzukoppeln. "Es ist ein deutschlandspezifisches Problem - der Dax reagiert kaum noch auf Impulse aus den USA", sagte er weiter. Die US-Märkte tendierten am Abend uneinheitlich. Der technologielastige Nasdaq-Index notierte 1,5 % schwächer bei 3836 Punkten. Die New Yorker Wall Street zeigte sich dagegen mit 0,36 % leicht im Plus bei 10 726 Zählern.

Beim Dax sahen die Akteure die nächste wichtige Unterstützungslinie bei 6400 Punkten. Während nach Ansicht einiger Händler ein Abwärtstrend beim Dax eingesetzt hat, sprachen andere von einem richtungslosen Handel. "Der Handel ist technisch bedingt - es kann jederzeit wieder nach oben gehen", sagte ein Börsianer.

Zu den deutlichen Verlierern gehörten Indexschwergewicht Deutsche Telekom. Die Telekom-Aktie verzeichnete ein neues Jahrestief und belastete damit den Dax. Nachdem der Titel unter die psychologisch wichtige Marke von 40 Euro gefallen sei, habe die Fahrt ins Minus erst richtig begonnen, hieß es. Zu Handelsschluss notierte die Deutsche Telekom um 1,3 % im Minus bei 39,25 Euro. Die Aktie steht nach Ansicht von Händlern auch wegen der Telekom-Tochter T-Online unter Druck. T-Online fielen am Donnerstag wegen Besorgnis über das künftige Management ebenfalls auf ein neues Jahrestief. Auslöser waren Presseberichte, die verbliebenen Vorstandsmitglieder bei T-Online sollten nach dem Abgang von Ralf Eck ebenfalls abgelöst werden.

Die Aktien der Deutschen Lufthansa AG sind am Donnerstag stark abgestürzt. Lufthansa schlossen um 9,1 % tiefer mit 21,46 Euro. Damit liegt Lufthansa weit entfernt von ihrem im Juli erreichten Zweijahreshoch bei 28,06 Euro. Händler begründeten die starken Kursverluste mit der Übernahme einer 24,9-prozentigen Beteiligung an der Dortmunder Regionalfluggesellschaft Eurowings. Hier habe Lufthansa zu wenig Details mitgeteilt.

Auch die Aktien von Technologieunternehmen standen auf der Verliererseite. Händlern zufolge erlitten gerade solche Titel Einbußen, die sich in den letzten Tagen gut gehalten hatten. Siemens> Siemens> verloren 4,4 %. Infineon büßten 2,7 % ein. SAP mussten 1,3 % abgeben.

Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten BMW, die in dem schwachen Marktumfeld um 4,1 % zulegen konnten. Auch Schering AG und Fresenius Medical Care verbuchten Kursgewinne. Händlern zufolge gelten solche Titel als "sicherer Anlagehafen". Schering stieg um gut drei Prozent. Fresenius kletterte um gut ein Prozent nach oben. Henkel KGaA stiegen um 1,5 %.

Die Aktien der Münchner Rück zeigten sich mit 0,6 % im Minus, nachdem das Unternehmen in Folge der Veröffentlichung seiner Halbjahreszahlen am Vormittag noch Kursanstiege verzeichnete. Händler führten das Nachgeben auf Gewinnmitnahmen zurück. Die Münchner Rück steigerte die Bruttobeitragseinnahmen im ersten Halbjahr über den Erwartungen der Analysten.

Die Nebenwerte präsentierten sich ebenfalls schwächer. Der MDax gab um 2,3 % auf 4743 Punkte nach. Der Nemax-All-Share-Index verlor 2,7 auf 4899 Zähler und der Nemax-50-Index 3,4 % auf 5243 Punkte.



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