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Bärenstimmung

Die wichtigsten US-Börsenbarometer setzten den Negativtrend vom Mittag fort. Der Dow Jones Index litt unter den starken Kursverlusten von Hewlett-Packard und Alcoa. Alcoas Konkurrenz Alcan meldete Quartalsergebnisse, die unter den Erwartungen lagen, und notierte schwächer. Alcan macht vor allem die niedrigen Aluminiumpreise für das schwache Ergebnis verantwortlich. Den Nasdaq-Index dagegen trieben vor allem die unter Druck geratenen Papiere der Chiphersteller und der Netzwerkausrüster ins Minus. Schwach notierten auch die Softwarehersteller wie Siebel und BEA Systems.

Schuld an dem trüben Börsentag waren eine Reihe negative Nachrichten. Wenig Hoffnung machte Chiphersteller Applied Materials den Anlegern. Es gebe keine Anzeichen, dass sich der Umsatz erhole, so der Finanzvorstand des Unternehmens. Gleichzeitig gab Konkurrent Intel bekannt, die Preise für einige Chips senken zu wollen. Diese Kommentare belasteten den gesamten Chipsektor und zogen auch Texas Instruments und Micron Technologies ins Minus.

Unter Beschuss gerieten auch die Softwaretitel. Verantwortlich waren die Analystenkommentare aus dem Investmenthaus Morgan Stanely Dean Witter. Die Experten gehen davon aus, dass viele Softwareunternehmen ihre Gewinnerwartungen weiter reduzieren werden, da die Technologieinvestitionen nach wie vor auf sich warten lassen, so die Analysten.

Bei Netzwerkausrüster Cisco befürchten die Analysten von Morgan Stanley Dean Witter enttäuschende Ergebnisse. Sie senkten daher die Gewinnerwartungen für das vierte Quartal und das kommende Geschäftsjahr. Die Analysten gehen davon aus, dass das schwächere Geschäft in Europa und Asien sowie Währungsprobleme in Lateinamerika Cisco belasten werden. Die Negativnachricht zog auch die Konkurrenten JDS Uniphase und Lucent in den roten Bereich. Eine angenehme Ausnahme war Novellus. Der Gewinn für das zweite Quartal ging auf 59,2 Millionen Dollar zurück. Doch konnte das Unternehmen die Erwartungen von 40 Cents pro Aktie einhalten. Novellus konnte auch steigende Umsatzzahlen präsentieren. Die Aktie schloss im Minus.

Der positive Wind der guten Quartalsergebnisse der Finanztitel vom Morgen ist am Abend abgeflaut. Die Titel der Bank of America und Citigroup beschlossen den Montag mit moderaten Gewinnen. Citigroup und Bank of America konnten die Gewinnerwartungen der Analysten im abgelaufenen Quartal übertreffen. Citigroup profitierte vor allem von einem starken Privatkundengeschäft. Der Finanzdienstleister erwirtschaftete im zweiten Quartal einen Gewinn von 74 Cents pro Aktie und schlug die Analystenerwartungen damit um einen Cent. Rivale Bank of America präsentierte ebenfalls erfreuliche Ergebnisse. Das Bankhaus schlug die reduzierten Analystenerwartungen im zweiten Quartal mit einem Gewinn von 1,24 Dollar pro Aktie sogar um sechs Cents. Als schwarzes Schaf entpuppte sich die Bank of New York. Das Bankhaus lieferte unerwartet schwache Quartalsergebnisse ab. Der Gewinn blieb mit 52 Cents pro um einen Cent hinter den Schätzungen. Das Geschäft mit den Wertpapieren macht der Bank zu schaffen. Die Aktie der Titel der Bank of New York baute den Verlust auf und endete bei Börsenschluss 13 Prozent im Minus.

Nicht besonders rosig sah es im Biotechnologiesektor aus. Die US-Gesundheitsbehörde hat Pharmacia einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Zulassung von Pharmacias Schmerzmittel Parecoxib Sodium verweigert. Die Behörde bemängelt, Pharmacia habe unzureichende Unterlagen eingereicht. Das Pharmaunternehmen kündigte nun an, die benötigten Daten in den kommenden zwölf bis 18 Monaten nachzureichen. Ebenfalls belastend sind die Kommentare aus dem Hause Robertson Stevens. Die Analysten stuften die Aktie des Biothechnologieunternehmens Chiron auf "market underperform" ab. Beide Bitoech-Aktien gaben an Wert ab.

Schließlich gibt es für alle Reisesüchtigen gute Neuigkeiten. Das Medienunternehmen USA Networks plant eine strategische Beteiligung an Expedia, dem zweitgrößten Online-Reiseanbieter in den USA. USA Networks will ein großes Aktienpaket von Microsoft, dem Mutterunternehmen von Expedia, übernehmen. Dies würde die Präsenz des Medienkonzerns in der Online-Reiseindustrie bedeutend erhöhen. Ein Pressesprecher von Microsoft wollte bisher keine Stellung nehmen. Der Softwareriese hält gegenwärtig 70 Prozent aller Expedia-Aktien.

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