Bäumer-Schleinkofer begrüßte Entscheidung
Weihbischof Eisenbach verzichtet auf sein Amt

Der Mainzer Weihbischof Franziskus Eisenbach hat auf sein Bischofsamt verzichtet. Papst Johannes Paul II. habe das Rücktrittsgesuch mit Wirkung vom Dienstag angenommen, teilte das Bistum in Mainz mit. Eisenbach war in die Schlagzeilen geraten, weil die Professorin Änne Bäumer-Schleinkofer gegen ihn ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs angestrengt hatte.

dpa MAINZ. Der Amtsverzicht sei laut Bistum nicht als Schuldeingeständnis des Weihbischofs zu verstehen. Eisenbach habe ihn auf Bitten Roms "wegen des Wohls der Kirche und der Klarheit ihres Zeugnisses" angeboten. Das Verfahren war im November vom Oberlandesgericht (OLG) Koblenz eingestellt worden.

Der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, begrüßte es, dass auf Grund der von der römischen Glaubenskongregation ausgeführten Voruntersuchung kein kirchlicher Strafprozess eröffnet werden müsse. Den Schritt Eisenbachs bedauere er, weil er einen herben Verlust für die Ausübung der Bischöflichen Dienste im Bistum Mainz bedeute.

Bäumer-Schleinkofer hatte den Weihbischof im September 2000 bei der Staatsanwaltschaft Mainz wegen sexuellen Missbrauchs und Körperverletzung angezeigt. Zugleich beschuldigte sie den Weihbischof gegenüber dem Vatikan des jahrelangen Zölibatbruchs, der Verletzung des Beichtgeheimnisses und der unzulässigen Ausübung des Großen Exorzismus. Das Mainzer Bistum hatte eingeräumt, es sei zur "körperlichen Zuwendung" gekommen.

Bäumer-Schleinkofer begrüßte in einer Erklärung vom Dienstag "die Entscheidung des Heiligen Vaters und der Glaubenskongregation" als "sinnvolle Lösung". Sie nehme dem Weihbischof die Möglichkeit, "in bisheriger Weise weiterzumachen" und gebe ihm Gelegenheit, sein Leben neu zu ordnen.

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