BAFin kontrolliert nicht alle Wirtschaftsprüfer
Stichwort: Aufsichtsbehörde

Im Zusammenhang mit den jüngsten Bilanzierungsskandalen wird immer wieder die Forderung laut nach einer behördlichen Aufsicht mit ähnlichen Kompetenzen, wie sie die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat. Doch auch die SEC ist nicht allmächtig.

Sie kontrolliert den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer, Bilanzen selbst werden jedoch nur überprüft, wenn es konkrete Hinweise auf Manipulationen gibt. Eine staatliche Bilanzprüfung wird auch in der aktuellen Diskussion um schärfere Haftungsregeln für Vorstände, Wirtschaftsprüfer und Analysten wegen der negativen Signalwirkung auf den Kapitalmarkt abgelehnt.

Aber selbst die Abschlussprüfungen der Wirtschaftsprüfer werden von der SEC nicht grundsätzlich kontrolliert. Werden allerdings bei Stichproben Verstöße entdeckt, drohen Wirtschaftsprüfern und Unternehmen saftige Strafen, die bis zum Börsenausschluss reichen.

In Deutschland ist die Börsenaufsicht jedoch Ländersache, die Aufsicht über den Kapitalmarkt hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin), die seit Mai in Frankfurt die Wertpapier-, Kreditwesen- und Versicherungsaufsicht unter ihrem Dach vereinigt.

Sie überwacht aber nicht die Berufsgruppe der Wirtschaftsprüfer. Die BAFin muss lediglich die Wirtschaftsprüfer genehmigen, die bei Banken und Finanzdienstleistern den Jahresabschluss prüfen. Diese Genehmigung kann sie entziehen, wenn sich die Prüfer als ungeeignet erweisen.

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