Bagdad beklagt Schweigen des UN-Sicherheitsrates zu Angriffen
USA und Großbritannien fordern "wirksamere" Sanktionen gegen Irak

Die USA und Großbritannien wollen Angaben Londons zufolge die internationalen Strafmaßnahmen gegen Irak künftig "wirksamer" gestalten. Einzelheiten dazu nannte der britische Außenminister Robin Cook in einem Beitrag für die Zeitung "Daily Telegraph" am Dienstag jedoch nicht.

afp LONDON/BAGDAD. Nach den jüngsten Luftangriffen britischer und US-Kampflugzeuge auf Irak schrieb er lediglich, die Weltöffentlichkeit müsse wieder auf "die ständige Gefahr" aufmerksam gemacht werden, die vom irakischen Präsidenten Saddam Hussein ausgehe. Ohne Überwachung könnte Bagdad erneut chemische und biologische Waffen entwickeln und binnen fünf Jahren eine einfache Atombombe bauen, schrieb Cook.



In den britischen Zeitungen wurde am Dienstag über «intelligentere» Sanktionen gegen Irak spekuliert, die zwar die militärische Entwicklung Bagdads hemmten, aber mehr wirtschaftliche Hilfe für die Zivilbevölkerung zuließen. Der "Guardian" berichtete unter Berufung auf die Regierung, die Sanktionen müssten sich gegen den Wiederaufbau der irakischen Kriegsmaschinerie, besonders gegen Massenvernichtungswaffen, konzentrieren. Ferner sollten die Bewegungsfreiheit irakischer Machthaber und ihr Zugang zu ihren Guthaben eingeschränkt werden. Dagegen sollten die Sanktionen auf Importe gelockert werden, die dem Wiederaufbau einer zivilen Infrastruktur und der Ölwirtschaft des Landes dienten. Der "Independent" zitierte den Staatssekretär im Außenamt, Brian Wilson, mit den Worten, die Sanktionen müssten "mit UN-Resolutionen und den menschlichen Interessen des irakischen Volkes in Einklang" gebracht werden.



Derweil kritisierte Irak am Dienstag das Schweigen des UN-Sicherheitsrates zu den nach mehr als zwei Jahren ersten Angriffen Großbritanniens und der USA auf irakische Militär-Einrichtungen in der Nähe Bagdads. Dabei wurden am Freitag irakischen Angaben zufolge drei Menschen getötet und 30 verletzt. Trotz mehrfacher Aufrufe Iraks "verhält sich der Sicherheitsrat wie ein Zuschauer, ohne auf den Angriff Amerikas und Großbritanniens zu reagieren", schrieb die regierungsnahe Zeitung "El Irak". Das Blatt kritiserte die UN-Beobachterkommission zur Rüstungskontrolle in Irak (UNMOVIC). Diese sei ihrer Aufgabe nicht nachgekommen, "jede feindliche Militärkation zu überwachen, anzuprangern und ihre Wiederholung zu vermeiden". Die UNMOVIC habe nichts getan, "als amerikanische und britische Flieger die Flugverbotszonen missachteten".

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