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Bahn-AR berät Budgetplanung für 2001

vwd FRANKFURT. Der Aufsichtsrat der Deutsche Bahn AG wird an diesem Mittwoch in Berlin die Budgetplanung für das Jahr 2001 und die Mittelfristplanung bis 2005 beraten. Dabei scheint die Finanzierung von Investitionen bis 2003 gesichert. Danach stünden die Planungen auf "wackeligen Füssen", hieß es im Vorfeld der Sitzung aus Aufsichtsratskreisen. Nach dem Vorstoß von Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig, Schiene und Netz künftig in getrennten Unternehmen zu bewirtschaften, scheint die Sanierung des Bundesunternehmens, das 2005 zumindest mit Teilen an die Börse will, fraglich.

Eigentlich sollten ab 2004 die Gewinne bei der Bahn sprudeln. Doch nachdem die Finanzen und Investitionen der Bahn durch den Bund nun nicht mehr gesichert scheinen, gerät auch die Mittelfristplanung von Bahnchef Hartmut Mehdorn ins Wanken. Mehdorn und die Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat sind sich darüber einig, dass die Finanzen für die nächsten Jahre gesichert sein müssen. Langfristige Investitionen, die jetzt anstünden, erforderten dies, hieß es. Wünschenswert bei der Langfristplanung sei eine Orientierung an der Umsatzsteuer - ähnlich wie beim Nahverkehr, empfehlen die Skeptiker der Bodewig-Pläne.

Sie halten es für eine Illusion, dass die Trennung von Netz und Schiene das Heil bringe. Über den Sinn einer institutionellen Trennung wollen einige Bahnkenner nicht streiten, doch sei es falsch, wenn in zwei Unternehmen in unterschiedlicher Richtung investiert werde. Aus diesem Grund werden sich einige AR-Mitglieder am Mittwoch gegen eine faktische Trennung von Schiene und Netz aussprechen. Wichtiger sei vielmehr, die Leistungsfähigkeit des Schienennetzes zu erhalten und zu steigern. Dazu müsse Bodewig zuerst einmal über den ungleichen Wettbewerb von Schiene und Straße nachdenken.

Für Mehdorn, der durch den Rücktritt von Aufsichtsratchef Dieter Vogel personell den Rücken gestärkt bekam, wird 2001 ein "Jahr der Bewährung", vermuten Branchenkenner. Er werde in den nächsten Monaten daran gemessen, ob er seine Sanierungsvorschläge durchsetzen kann. Zurückblicken kann die Bahn allerdings auf ihr bislang erfolgreichstes Jahr seit der Bahnreform: Der Umsatz hat voraussichtlich etwa 30 Mrd. DM und der operative Gewinn 390 Mill. DM erreicht, erfuhr vwd aus Aufsichtsratskreisen. Dabei hätten Güter und Personenverkehr gleichermaßen zum Erfolg der Bahn beitragen.

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