Bahn arbeitet an einem „umfassenden Informationssystem für Reisende, das Kunden, Züge, Bahnhöfe, Callcenter und Internet einbezieht“
Bahn: Rollende Supermärkte statt Speisewagen

Stattdessen sollen die Fahrgäste künftig "im bordeigenen Supermarkt-Waggon einkaufen", in neuen Bistros beispielsweise "einen kleinen Salat" oder "ein kleines Fischmenü" speisen oder sich besser am Platz bedienen lassen können.

dpa HAMBURG. Zuletzt hatte sich Mehdorn mit der geplanten Verbannung von Obdachlosen und Drogenabhängigen aus den Bahnhöfen Ärger eingehandelt. Auch dabei ging es Mehdorn darum, das Bahn und Bahnhöfe möglichst kundenfreundlich zu präsentieren.

Mehdorn betontein der "Bild am Sonntag": "Wir schließen keine Bahnhofsmissionen." Allerdings könne ein Bahnhof "nicht die sozialen Probleme einer Stadt lösen". Der Bahnchef hatte im Oktober die Auslagerung der missionseigenen Essensausgaben für Bedürftige angekündigt und heftige Proteste von Kirchen und Sozialverbänden auf sich gezogen. Auch das geplante schrittweise Aus für die Speisewagen in Intercity- und Eurocity-Zügen hatte bereits starke Kritik des Fahrgastverbands Pro Bahn hervorgerufen. Der Bahn war unter anderem mangelnde soziale Verantwortung und Beschneidung des Services vorgehalten worden.

Zu geplanten neuen Serviceangeboten sagte Mehdorn: "Wir begleiten den Kunden während der ganzen Reisekette. Mietwagen und Parkplatz können mit Preisvorteil beim Kauf des Fahrscheins bestellt werden, im Zug werde ich mir Filme in den Laptop laden können." Auch "Eier, Butter und Milch fürs Abendessen" soll der Kunde künftig bestellen und am Bahnhof in Empfang nehmen können. Außerdem müsse die Bahn aufhören, die Kunden auf den Bahnsteigen warten zu lassen. "Die Fahrgäste müssen in der Bahnhofshalle oder in einem gemütlichen Restaurant warten können. Von dort werden die Züge wie beim Flug aufgerufen und die Passagiere zum Gleis gebeten."

Außerdem arbeite die Bahn an einem "umfassenden Informationssystem für Reisende, das Kunden, Züge, Bahnhöfe, Callcenter und Internet einbezieht". Auch per SMS sollen die Informationen abrufbar gemacht werden.

Die Bahn wolle von Hand betriebene Stellwerke durch elektronische ersetzen und alleine dadurch zwischen 1999 und 2005 insgesamt 8500 Stellen streichen, sagte Mehdorn. "Wenn die Wettbewerber uns 20 oder 30 % von unseren Fahrdienstleistungen wegnehmen, müssen wir auch entsprechend Personal abbauen."

Ihn ärgere, wenn Menschen, die nicht mit der Bahn fahren, schlecht darüber reden, sagte der Bahn-Chef. "Vielleicht brauchen die das, um sich selbst zu trösten, wenn sie mal wieder stundenlang verbissen hinterm Lenkrad sitzen und mit anderen im Stau stehen." Verspätungen würden absichtlich in Kauf genommen, damit die Kunden ihre Anschlüsse nicht verpassen.

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