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Bahn gibt defizitäre Standorte auf - 3 000 Mitarbeiter betroffen

Auch im Stahl- und Fahrzeugbau sind Schließungen geplant.

dpa BERLIN. Die Deutsche Bahn will einen großen Teil ihrer Produktion stilllegen. Von der Schließung defizitärer Standorte sind rund 3 000 Mitarbeiter betroffen. Man trenne sich zur Optimierung der Kosten- und Produktionsstrukturen von weiteren defizitären Aktivitäten, die nicht zum Kerngeschäft gehörten, teilte die Bahn am Montag in Berlin mit. Einige Werke zur Fahrzeuginstandhaltung sollen geschlossen, andere verkleinert werden. Auch im Stahl- und Fahrzeugbau sind Schließungen geplant. Bahnchef Hartmut Mehdorn erklärte, die Fertigung in den Werken sei unter den gegebenen Bedingungen wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. Die Produkte seien ohne Nachteile auf dem freien Markt erhältlich.

Auslaufen sollen im Einzelnen das Spezialwerk Gleisbaumechanik Brandenburg, Stahlbau Dessau, Fahrzeugbau Halberstadt, Fernmeldewerk München-Aubing, Stahlbau Vacha sowie das Forschungs- und Entwicklungszentrum Blankenburg. Alle hätten in den vergangenen Jahren insgesamt dreistellige Millionenverluste verursacht. Außerdem sollen die Kapazitäten bei der Fahrzeuginstandhaltung angepasst werden. Daher würden die Werke Stendal, München-Neuaubing, Leipzig-Engelsdorf und Neustrelitz geschlossen. An vier weiteren Standorten in Hannover, Limburg, Erfurt und Chemnitz würden größere Personalanpassungen vorgenommen.

Nachdem bestehende Aufträge erledigt seien, würden die Betriebe im kommenden Jahr geschlossen, wenn bis dahin kein Käufer gefunden werde, der den Fortbestand beziehungsweise die Beschäftigung sicherstelle. Trotz intensiver Gespräche mit mehreren hundert potenziellen Investoren in den vergangenen zwei Jahren hätten die Betriebe bislang nicht veräußert werden können. Sollten die Werke geschlossen werden müssen, würden alle Möglichkeiten ausgeschöpft, «für die Mitarbeiter intern und extern neue Arbeitsplätze zu suchen um Entlassungen zu vermeiden», erklärte Mehdorn. So werde beispielsweise für den Stahlbau Dessau den Beschäftigten die Übernahme in das Regio-Werk Dessau angeboten. Auch das Regio-Werk in Cottbus habe die Möglichkeit, Mitarbeiter aus anderen Werken aufzunehmen.

Die Fahrzeuginstandhaltung werde in 15 Werken mit etwa 10 000 Mitarbeitern und über 100 Werkstätten mit ebenfalls knapp 10 000 Mitarbeitern betrieben. Die Werken stehen in Dessau, Cottbus, Paderborn, Eberswalde, Neumünster, Wittenberge, Kassel, Krefeld, Nürnberg, Fulda, Delitzsch, Meiningen, Opladen, Bremen und Zwickau.

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