Bahn-Konzern steht vor harten Tarifkämpfen
Transnet will gegen „Lohndumping“ vorgehen

Die Bahngewerkschaft Transnet will im umkämpften Markt für Nahverkehrsleistungen gegen Niedriglöhne neuer Anbieter vorgehen. Angestrebt werde die Einführung eines Flächentarifvertrags für alle Unternehmen, erklärte Transnet-Chef Norbert Hansen am Dienstag in Berlin.

HB/dpa BERLIN. Er wolle mit Unternehmen verhandeln, deren Tarife weit unter denen der Bahntochter DB Regio liegen. Zugleich forderte er die Länder auf, befristet auf die Vergabe von Nahverkehrsaufträgen zu verzichten und zunächst soziale Mindeststandards zu vereinbaren. "Wir müssen verhindern, dass Wettbewerb zu einem Kampf um Dumpinglöhnen verkommt", sagte Hansen. Hintergrund ist der sich verschärfende Wettbewerb im Schienen-Nahverkehr, in dem die Bahn gegenüber privaten Anbietern, Tochtergesellschaften ausländischer Konzerne und staatlichen Landesgesellschaften zunehmend den Kürzeren zieht. Als ein Grund werden die um 20 Prozent höheren Personalkosten bei der Bahn genannt.

An vielen Ausschreibungen der für den Nahverkehr zuständigen Länder hatte sich die Bahn gar nicht erst beteiligt, was Stellen- und Ausbildungsplatzabbau zur Folge hat. Unterdessen verschärft sich der Streit um neue Tarifregeln bei der Bahn-Nahverkehrstochter DB Regio. Hansen teilte mit, dass ein entsprechender Ergänzungstarifvertrag vorerst nicht in Kraft trete und Transnet den Beschluss ausgesetzt habe. Als Grund nannte er die Ankündigung der Bahn, sich trotz der Tarifvereinbarung nicht an jeder Ausschreibung beteiligen und bis 2007 rund 7200 Stellen streichen zu wollen. Zuvor hatte die Lokführer-Gewerkschaft GDL ihre Zustimmung verweigert und mit Streiks gedroht.

Unabhängig von den Konflikten im Nahverkehr steuert der Bahn - Konzern mit 211 000 Beschäftigten nach Darstellung von Transnet im kommenden Jahr auf eine harte Tarifauseinandersetzung zu. Der Vorstand plane offenbar nur geringe Gehaltserhöhungen und keine weiteren Schritte bei der Ost-West-Angleichung. Minusrunden werde es mit Transnet aber nicht geben. Auch müsse unbedingt ein Stufenplan für die Ostgehälter vereinbart werden, sagte Hansen. Transnet werde vor Arbeitskämpfen nicht zurückschrecken. Das Forderungspaket solle am 14. Januar beschlossen werden.

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