Bahn sauer auf Dänen
Im Poker um Scandlines wird der Ton rauer

Im Tauziehen um die deutsch-dänische Ostsee-Fährgesellschaft Scandlines wird der Ton zwischen den Gesellschaftern deutlich rauer. Mit ungewöhnlich scharfer Kritik reagierte die Deutsche Bahn AG am Mittwoch auf Äußerungen des dänischen Transportministeriums, wonach sich die Bahn von ihren Anteilen trennen werde und die Reederei im Februar ganz in dänische Hände übergehen solle.

HB/dpa BERLIN/KOPENHAGEN. Die Bahn hatte erst am Vortag nach einem Gesellschaftertreffen erklärt, beide Seiten loteten noch Alternativen aus und suchten bis spätestens Februar eine Lösung.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Kopenhagen hatte mitgeteilt, zwar sei die endgültige Entscheidung über den Kauf aller Anteile der Deutschen Bahn bei einer Sitzung des Aufsichtsrates kürzlich verschoben worden. "Wir setzen jetzt aber seriös darauf, alle Aktien zu übernehmen", sagte Michael Birch vom dänischen Verkehrsministerium. Der Hauptsitz soll nach dem Kauf aller Bahn - Aktien durch die dänische Regierung voraussichtlich von Rostock nach Dänemark verlegt werden.

Die Bahn sprach von einer "einseitigen und verzerrten Darstellung". Nach den Worten von Bahnchef Hartmut Mehdorn ist dies "wieder ein Beweis für das schon häufig kritisierte Verhalten der dänischen Seite". Dieser Vorgang zeige erneut, dass eine für beide Seiten akzeptable gesellschaftsrechtliche Lösung gefunden werden müsse. Die Deutsche Bahn lasse sich nicht durch öffentliche Kommentare unter Druck setzen.

"Sollte es aber tatsächlich zu einem Verkauf von Anteilen kommen, so hängt dieser nicht nur von einem akzeptablen Kaufpreis, sondern auch von verbindlichen Zusagen zur Sicherung von Arbeitsplätzen, Organisation und Standorten ab", stellte Mehdorn klar. In jedem Fall bleibe es Ziel der Deutschen Bahn, Schaden vom Unternehmen abzuwenden, und den Verlust von Arbeitsplätzen zu vermeiden sowie den Standort Rostock unternehmerisch zu sichern: "Für eine andere Lösung steht die Deutsche Bahn nicht zur Verfügung."

Die Bahn verwies darauf, dass sie einen Neubeginn mit neuem Management sowie "klaren Regeln zwischen den Gesellschaftern" bevorzuge. Denkbar sei aber auch die Übernahme sämtlicher Anteile durch die Deutsche Bahn oder durch das dänische Transportministerium.

Nach Angaben des dänischen Ministeriumssprechers haben beide Seiten eine Frist bis Februar für die Klärung der Eignerverhältnisse, der Aktienwerte sowie zur Beschaffung von Finanzmitteln durch die dänischen Käufer vereinbart. Zu den Befürchtungen der mehr als 1000 deutschen Scandlines-Beschäftigten sagte Birch, dass sie sich nach der dänischen Übernahme nicht rpt nicht um ihren Arbeitsplatz sorgen müssten. "Die deutschen Mitarbeiter haben keinen Grund, um ihre Jobs zu fürchten. Das Prinzip deutscher wie dänischer Mitarbeiter und Schiffe soll auch in Zukunft gelten." Die auf der Ostsee führende Fährgesellschaft war 1998 durch Zusammenlegung der dänischen Scandlines und der deutschen Fährgesellschaft Ostsee GmbH (DFO) entstanden.

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