Bahn soll ab 2005 Umsatzsatzrendite von neun Prozent zu erzielen
Mehdorn: Bahn ohne Schienennetz kaum börsenfähig

Der Chef der Deutsche Bahn, Hartmut Mehdorn, hält sein Unternehmen ohne Verfügungsgewalt über das Schienennetz für nicht börsenfähig. "Mit Sicherheit kaufen die Anleger kein Unternehmen, das fremdbestimmt ist und eine Bahn ohne Netz ist fremdbestimmt", sagte Mehdorn dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagsausgabe) in einem vorab verbreiteten Interview.

Reuters BERLIN. Damit verschärfte er seine Kritik an Plänen von Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD), bei der Deutschen Bahn Betrieb und Schienennetz zu trennen. Ohne ihr Schienennetz sei der mittelfristig geplante Börsengang des Unternehmens nicht möglich, sagte er der Zeitung. Er warnte die Regierung davor, im Herbst darüber zu entscheiden, die Schienennetz-Gesellschaft aus dem Konzern herauszulösen.

Mehdorn sagte weiter: "Wenn Sie der Deutschen Post die Briefkästen und die Postboten wegnehmen, ist sie pleite, und wenn sie der Deutschen Telekom das Festnetz nehmen, auch". Wenn der Bahn ihr Schienennetz genommen werde, müsse der Steuerzahler das zahlen.

Mehdorn kündigte darüber hinaus an, die Bahn werde ab 2005 in der Lage sein, die Zinsen für aufgenommene Kredite selbst zu erwirtschaften und eine Umsatzrendite von neun Prozent zu erzielen. Heftig kritisierte er, dass bei der Deutschen Bahn bis 2004 betriebsbedingte Kündigungen von Mitarbeitern nicht möglich sind. "Jedes andere Unternehmen, sogar die katholische Kirche, kennt betriebsbedingte Kündigungen", klagte er. Der Deutschen Bahn stehe dieses Instrument aber nicht zur Verfügung. "Dabei zahlen wir momentan mehr Geld für Löhne und Gehälter aus, als wir durch Wertschöpfung aufnehmen - das geht nicht lange gut", warnte er. Die Deutsche Bahn hat nach eigenen Angaben das Ziel, bis 2005 rund 3,3 Mrd. DM an Personalkosten einzusparen. Bei dem Unternehmen arbeiten derzeit noch rund 220 000 Mitarbeiter.

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